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Impuls

Unser Nachtleben: Das machen wir im Schlaf

01.02.2014 – Auf den ersten Blick scheint ein schlafender Mensch kein reizvoller Forschungsgegenstand zu sein. Seit Hans Berger das Elektroenzephalogramm erfand, interessieren sich Wissenschaftler jedoch zunehmend für unser Nachtleben. Sie schauen mittels bildgebenden Verfahren in unsere Köpfe. So entdeckten sie, dass uns erst gesunder Schlaf zu denen macht, die wir sind: mit unseren Erfahrungen, Gefühlen, Werten und Fähigkeiten. Am Abend über einem Buch einzuschlafen, ist dabei ratsamer als in die Flimmerkiste zu glotzen. Dann erübrigt sich auch die Schlaftablette und übermäßiges Kaffeetrinken.

Seit Wissenschaftler in Schädel schauen können, ohne sie aufzusägen, ist die Neugier der Schlafforscher geweckt. Für Mediziner waren bildgebende Verfahren Mitte der Neunziger eine Offenbarung. Während wir träumen können sie mit Elektroenzephalogrammen, kurz EEG, sehen, was tief im Gehirn vor sich geht. Nun schenken Forscher unserem Nachtleben verstärkt ihre Aufmerksamkeit. Sie scannen Köpfe und entdeckten, dass uns erst erholsamer Nachtschlaf zu denen macht, die wir sind. Sie haben ihn als lebendigen Teil unseres Lebens bewiesen.

Nachtruhe ist genauso wichtig wie das Wachen. Von außen mag nicht viel passieren. Drinnen im Kopf jedoch plappern die Nervenzellen munter weiter. Liegen wir in Morpheus Armen, räumt das Oberstübchen auf und festigt Erinnerungen. Im Schlaf bereiten wir vor, was wir tagsüber tun, denken und fühlen. Wir verarbeiten Erfahrungen, perfektionieren unsere Motorik, sortieren unser Gedächtnis, klären unsere tiefsten Werte und Gefühle. So wird der Mensch im Traum zu dem, was er ist.

Die Nacht beginnt mit der Dämmerung. Lichtempfindliche Zellen in der Netzhaut melden an den Denkapparat: Schlafenszeit! Doch viel zu oft schauen wir in diesem Moment nicht in das wohltuende Rot des Sonnenuntergangs, sondern in blaues Bildschirmlicht vom Rechner oder vom Fernseher. Genau das stört die photosensiblen Zellen in unseren Augen. Die Folge: Schlafstörungen und gesundheitliche Risiken.

Wie stark wir unserer Gesundheit durch Schlafmangel schaden, ist vielfach belegt. Fachleute schätzen, dass ein Fünftel aller Unfälle im Straßenverkehr mit Schläfrigkeit im Zusammenhang stehen. Das ist so hoch wie der Anteil der Alkoholunfälle. Langfristig führt Insomnie zu Herzproblemen, Übergewicht, Diabetes, Muskelverspannungen, Schlappheit, Burn-out. Wer ständig zu wenig schläft, riskiert bleibend am Schlafmangelsyndrom zu erkranken. Einige Hunderttausend Menschen leiden in Deutschland darunter, oft ohne es zu merken. Das Wohlbefinden leidet. Gereiztheit und Konzentrationsstörungen sind erste Anzeichen, die man ernst nehmen sollte.

Dabei ist es fatal, wenn wir mit Koffein gegen das Schlafbedürfnis ankämpfen. Denn Koffein blockiert die komplizierten biochemischen Prozesse im Körper, die für unsere Leistungsfähigkeit so wichtig sind. Genauso schädlich ist es, zu Schlafmitteln zu greifen. Jedes Jahr schlucken 20 Prozent aller Deutschen Benzodiazepine. Ein alarmierendes Zeichen: Schlafmittel sind das chemische Äquivalent eines K.-o.-Schlags. Sie setzen das Wachbewusstsein gewaltsam außer Kraft.

Das Gehirn schläft, kann jedoch nicht seinen existentiellen Funktionen nachkommen. Hypnotika hemmen die Verbindungen der Synapsen und damit den Kopiervorgang von Gedanken aus dem Kurz- ins Langzeitgedächtnis. Das ist, als würde man mitten im Defragmentieren den Strom abschalten. Ohne das Aufarbeiten von Gefühlen und motorischen Fähigkeiten ist unser Kurzzeitgedächtnis mit Informationen überfrachtet, kann sie nicht mehr verarbeiten und schaltet ab. Das nennt der Mediziner dann Schlaganfall.

Setzen wir uns also lieber mit Frau/Mann/Freunden auf den Balkon und genießen gemeinsam den Sonnenuntergang. Besonders schön ist es dann, den Tag kurz Revue passieren zu lassen und die drei bis fünf schönsten Erlebnisse oder die Erkenntnisse des Tages in ein »Glückstagebuch« zu notieren. Lesen wir abends vor dem Einschlafen. Das bringt uns weg von den ToDo-Listen und zermürbenden Gedankenspielen. Lesen macht nicht nur mehr Spaß als sich vorm Fernseher mit Programmen berieseln zu lassen, die uns vermutlich ohnehin nicht interessieren. Es ist auch gesünder.

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