Meine Antworten auf häufige Fragen aus kleinen und mittelständischen Firmen

Wer entscheidet, wenn nicht der Chef?

In Firmen, in denen der Chef entscheidet, herrschen vermutlich folgende Denkmuster:

  • … nur er hat den Überblick und kennt die Zusammenhänge.
  • … ihm gehört ja alles, also hat er auch das Recht dazu.
  • … er zahlt es ja.
  • … ich arbeite hier ja nur, alles andere ist mir egal.

In Wirklichkeit ist es allerdings so, dass schon heute die Macht eines Chef sehr begrenzt ist — bezieht Du es auf einen konstruktiven Umgang mit Spannungen und Problemen. Häufig kommst Du als Chef zu spät, weißt zu wenig, wirst instrumentalisiert und darfst dann die Entscheidungen treffen, vor denen sich Mitarbeiter nur all zu gerne drücken.

Lebens- & Arbeitswelten mit Zukunft fordern von allen Verantwortung. Die veränderte Grundhaltung zur Firma bedeutet, dass Führung Entscheidungsprozesse moderiert und Kollegen dabei hilft, Verbesserungen schneller umzusetzen. Führung entsteht aus dem Verständnis, dass Dich verantwortliche und motivierte Mitarbeiter fordern sowie anspornen — und nicht umgekehrt.

Willst Du konstruktive Entscheidungsprozesse lerne drei Ebenen von Führung zu unterscheiden:

  • Entscheiden auf Arbeitsebene
  • Entscheiden auf Führungs- und Prozess-Ebene und
  • Entscheiden auf strategischer Ebene

Entscheiden auf Arbeitsebene

Jeder von uns trifft tagtäglich eine Vielzahl an Entscheidungen:

  • Welche Aufgaben gehe ich als erstes an? (Prioritäten setzen, Zeit und Energie sinnvoll einteilen)
  • Welche Information gebe ich an Kollegen und Chef wann und wie weiter?
  • Was antworte ich dem Kunden auf seine Frage?
  • Welche Fragen stelle ich meinem Kunden?
  • Wann, wofür und wie hole ich mir Unterstützung von Kollegen / dem Chef?

Wie wir entscheiden wird geprägt von unserer Grundhaltung, von unserem Menschenbild und unseren Werten. Wir handeln, was uns unter den gegebenen Rahmenbedingungen Sinn macht. Und das ist sehr individuell.

In Firmen mit Zukunft übernehmen alle Mitarbeiter die Verantwortung für ihre Entscheidungen. Sie haben gelernt, souverän mit anderen Menschen umzugehen und ihre Aufgaben mit Freude zu erfüllen. Ihre soziale Kompetenz stärkt Ihre zwischenmenschlichen Beziehungen. Sie pflegen einen gesunden Abstand zu ihrer Arbeit und können mit sich selbst kritisch und reflektiert umgehen. Sie wissen, wie sie sich Informationen erschließen. Sie verknüpfen, vertiefen ihr Fachwissen. Sie prüfen es und wenden es im Handlungszusammenhang an. Mit etwas Unbekanntem, Unvorhergesehenen und der Dynamik in Ihrer Umwelt gehen sie gekonnt und möglichst angstfrei um.

Kniff für den Meister: Zufriedene Mitarbeiter kennen ihren eigenen Wert. Sie treffen selbstbewusst Entscheidungen, in dem sie andere konsultativ an ihren Entscheidungen teilhaben lassen und ihren Kollegen so zuarbeiten, dass diese wiederum in ihrem Tun erfolgreich sein können.

Entscheiden auf Führungs- und Struktur-Ebene

Liegt der Fokus der Entscheidung auf der Arbeitsebene beim Einzelnen, betreffen Entscheidungen hinsichtlich Führung und Struktur eine Gruppe von Mitarbeitern. Ziel der Beschlüsse ist es, Abläufe so zu gestalten, dass jeder Mitwirkende beziehungsweise ein Team handlungsfähig ist und bleibt — und Hemmnisse und Störungen abzubauen, die dies verhindern.

Die Kunst der Abstimmung liegt darin, möglichst schnell zu erkennen, wann aus einem Einzelfall ein Regelfall geworden ist. Dann beherzt, das Thema in der Gruppe anzusprechen und konstruktiv eine Lösung für das Problem herbeizuführen. Anschließend gilt es, den Entschluss auszuprobieren und gegebenenfalls zu justieren, falls er mittel- bis langfristig nicht zum gewünschten Erfolg beiträgt.

Kniff für den Meister: Erfolgreiche Teams klären zunächst, in welchen Punkten sie sich einig sind und treffen beherzt eine Entscheidung. Anschließend schauen sie sich die Punkte genauer an, in denen sie sich nicht einig sind. Mittels Integrationsentscheid und / oder Konsententscheid nähern sie sich schrittweise der Problemlösung an.

Unternehmensdemokratie ist nicht gleichbedeutend mit Mehrheitsentscheid und endlosen Diskussionen ohne Ergebnis. Vielmehr eröffnet Konsent pragmatische und kreative Lösungswege. Das Ziel ist dabei, Einwände zu erarbeiten und diese Schritt für Schritt zu lösen, bis das Vorhaben umsetzbar wird. Kann in einer Sitzung das Problem nicht abschließend gelöst werden, haben doch alle dabei gelernt und Ihr seid auf dem Weg zur Lösung weitergekommen.

Zugegeben, Konsensieren und Integrationsentscheide erfordern eine gewisse kommunikative Kompetenz des gesamten Teams. Jedoch lassen sich diese mit geeigneten Moderations-Methoden (z. B. Dialog) stärken und schnell erlernen. Diese Form der Moderation erfordert Übung und ein wenig Mut, die Dinge mal anders zu machen. Das Beste: Du kannst in Deinem direkten Umfeld ohne Vorbedingungen damit anfangen.

Entscheiden auf strategischer Ebene

Entscheidungen auf strategischer Ebene führen zu Konsequenzen für Eure Firma als System. Das können kleine Alltagsentscheidungen sein, wie beispielsweise dass ihr alle Aufträge, die an Euch herangetragen werden, annehmt — oder aber sie kritisch an von Euch festgelegten Kriterien prüft. Bis hin zu großen Entscheidungen wie beispielsweise die Regelung der Unternehmensnachfolge oder auch die Entscheidung über eine Kooperation mit einem potenziellen Partner.

Strategische Entscheidungen fallen im Tun und im Nicht-Tun. Wir können nicht nicht-entscheiden. In dynamischem und komplexem Umfeld bedeuten sie Navigation auf Sicht mit einer gehörigen Portion professioneller Intuition – auf allen Ebenen der Firma.

Kniff für den Meister: Gute strategische Entscheidungen

  • werden unter Zuhilfenahme von kognitiven wie intuitiven Fähigkeiten getroffen.
  • beziehen alle Mitarbeiter in die Entscheidung ein. Beschlüsse werden miteinander getroffen und umgesetzt sowie die Konsequenzen gemeinsam getragen.
  • sind allen so transparent wie möglich. Das schafft Vertrauen in und die Chance darauf, die unternehmerische Wette zu gewinnen, die man zusammen eingegangen ist.

Für gute strategische Entscheidungen ist es wichtig, achtsam mit dem Grad der Sinnkopplung im Firmenalltag umzugehen. Verfolgen wir noch unseren Gemeinsinn? Stimmt das Spannungsverhältnis von sinngekoppelten und nicht sinngekoppelten Menschen in der Firma? Wer ist entkoppelt? Warum? Was braucht es, damit die Person wieder sinnkoppeln kann?

Darüber hinaus braucht es geeignete Messgrößen, die uns als Firma Gradmesser dafür sind, ob wir uns unserem Ziel nähern. Welche Kennzahlen nutzen wir, um zu wissen, dass die Entwicklung gut ist? Woran merken wir, dass etwas schief läuft? In welcher Toleranz sollte sich die Verbesserung abzeichnen?

Bei Lebens- & Arbeitswelten mit Zukunft sind alle Beteiligten stets in der Lage, die Konsequenzen ihres Handelns im Rahmen eines selbst definierten Zeitabschnitts möglichst gut abzuschätzen. So verlieren sie im Tagesgeschäft nicht den Blick für’s “Große Ganze”. Dies fördert die Leistungsbereitschaft. Entscheidend ist dabei, dass die Firma auch Krisenzeiten mit vereinten Kräften meistert.

In einer konkreten Aufgabenstellung brauchst Du Unterstützung und wünscht Dir fachlichen Rat?
In einer Ad-hoc-Beratung sprechen wir über Herausforderungen und Ideen zur Lösung,
die Dir sofort Handlungsoptionen geben.
 

Fragen, Anregungen, Wünsche?

Ich freue mich über eine Nachricht oder auch ein Gespräch. Nutze gern meinen Service, direkt einen Termin mit mir zu buchen:

Weiterlesen?

Meine Antworten auf die häufigsten Fragen zu(r)



Hast Du eine Idee und Anregung für Deine Frage gefunden?

Weitersagen heißt unterstützen. Empfehle uns gern weiter in Deinem Netzwerk. Vielen Dank!

Aus Gründen des Datenschutzes ist diese Funktion zum Teilen per default inaktiv. Mehr erfährst Du über den Button i.
Über das Zahnrädchen kannst Du Deine gewünschte Standard-Einstellung wählen.

Gutes Karma - Kleines Dankeschön an Franziska via PayPal überweisen

Webcode dieser Seite: 0268

Diese Seite wurde verschlagwortetet mit:
Arbeitswelten, Lebenswelten, Wissensarbeit, Lebensqualität, Freude, Arbeit, Wirtschaft, Sinn, Sinnvoll Wirtschaften, Nachhaltigkeit, Eco-Business, Social-Business, Gemeinwohl, GWÖ, Ökonomie, Umwelt, Strategie, Mentoring, Coaching für Firmen, Großgruppen-Methoden, BarCamps, Open Space, Strategisches Marketing, Marketing-Kommunikation, effizient, ökologisch, sozial