Meine Antworten auf häufige Fragen aus kleinen und mittelständischen Firmen

Impuls

Freiheit und Demokratie für unser Leben - Jetzt unterschreiben

12.12.2013 – Kontakte, Freundschaften und Beziehungen werden über die Speicherung und Auswertung von Meta-Daten erfasst. Bewegungsprofile, Interessen, Verhalten, politische Einstellungen - selbst unsere alltäglichen Stimmungslagen sind Behörden, Datenkraken wie Google oder auch der Schufa transparent. Ob unschuldig oder nicht, wir alle stehen unter Generalverdacht. Menschenwürde und persönliche Freiheit werden einer vermeintlichen Sicherheit geopfert. Errungenschaften unserer Gesellschaft, nämlich das Prinzip der freien Meinungsäußerung und die Unschuldsvermutung, werden ausgehebelt. Ich protestiere!

Mitte Oktober setzte ich mich hier in meinem Blog mit der Frage auseinander: Cyber War – und was hat das mit mir zu tun? Ende Oktober 2013 flog auf, dass die US-Geheimdienste das Mobiltelefon der Bundeskanzlerin Angela Merkel ausspionieren (#Merkelhandy). Doch selbst nach diesem Affront sehe ich mich dem Treiben politischer Kreise sprachlos gegenüber. Wir sind alle gleich. Aber manche sind gleicher?

Löbliche Ausnahme bleibt Hans-Christian Ströbele (Bündnis 90/Die Grünen). Er hat am 1. November 2013 mit dem Exklusiv-Bericht seines Gespräches mit Edward Snowden in Moskau einen wichtigen Beitrag geleistet. Damit führte er konsequent seine bereits 1998 begonnene Arbeit als Mitglied des Rechtsausschussees und des Parlamentarischen Kontrollgremiums für Geheimdienste weiter.

Deutsche Politik hat keinen Arsch in der Hose

Gut, dass Edward Snowden nun per Video mit dem Europäischen Parlament sprechen kan. Verdammt schade, dass die Bundesregierung immer noch nicht den sicheren und juristischen Rahmen setzt, um den Whistleblower auch in unserem Land zu hören.

Im Gegenteil, ich muss heute Morgen via Abgewordeten-Watch lesen, dass sich unter anderem die designierte Datenschutzbeauftragte Andrea Voßhoff (CDU, Juristin) als Ministerin des Bundestages 2007 für die Vorratsdatenspeicherung stimmte und 2009 Internetsperren durchwinkte.

Ausgehorcht und ausgespäht …

Nach neuesten Erkenntnissen hat mein Beitrag also leider alles andere als an Bedeutung verloren. Im Gegenteil! Erst gestern wurde – erneut mit Unterstützung von Edward Snowden – bekannt, dass uns Geheimdienste über Browser-Cookies ausspionieren und kompromittieren. Laut Washington Post verwendet die NSA die Google-Dateien nicht nur, um Anwender auszuhorchen. Darüber hinaus wird mit Hilfe der Cookies Spähsoftware auf dem Rechner eingeschleust.

Cookies sind kleine Textdateien, die Websites lokal auf Smartphones, Tablets und Computer ablegen, um die Dateien beim nächsten Besuch auszulesen und Nutzer so wiedererkennen zu können. Dies erleichtert automatische Logins, das Ausfüllen von Formularen, Bestellhistorie, Voreinstellungen (z. B. Spracheinstellungen). Diese Profildateien werden aber auch zum Beispiel von Konsumgüter-Herstellern genutzt, um das Verhalten von Anwendern zu ergründen und darauf aufbauend maßgeschneidert Werbung zu platzieren.

Im Gegensatz zu anderen NSA-Techniken ist das Cookie-Tracking mit den sogenannten Google-PREFIDs nicht dafür gedacht, aus einem großen Datenpool Verdächtige herauszusieben. Stattdessen soll es helfen, bereits unter Verdacht stehende Personen zielgerichtet bei ihren Online-Aktivitäten zu observieren.

Der Augenöffner: Die im Cookie gespeicherte Identifikationsnummer (ID) ermöglicht es, aus der unüberschaubaren Vielzahl an Internet-Daten die individuelle Kommunikation herauszulesen. Darüber hinaus kann über dieselbe Nummer wie oben beschrieben gezielt das Gerät des Nutzers gehackt werden.

… kein Recht auf Privatsphäre

Wie aus anderen Dokumenten bereits bekannt ist, sind Geheimdienste mittlerweile auch in der Lage, Daten verschiedenster Quellen miteinander zu konglomerieren und so Querverbindungen herzustellen. Viele Applikationen auf Smartphones, Tablets und Rechnern – egal ob Mac oder Android – und selbst die Apple und Google Betriebssysteme selbst verfolgen den Aufenthaltsort des Nutzers / der Nutzerin. Oft ohne auch nur eine Warnung an Anwender zu geben.

Diese Standort-Informationen werden in der Regel mittels GPS ermittelt und sind bedeutend präziser als jede Ortung unter Zuhilfenahme von Mobilfunk-Waben. Mir waren Applikationen wie Foursquare schon immer unheimlich. Andererseits sind Dienste wie beispielsweise die stadtmobil App, die Ticket-App der Deutschen Bahn, Radroutenplaner, Google Maps und so weiter geniale Hilfsmittel im täglichen Leben. Ich möchte sie nicht mehr missen.

Es geht jedoch entschieden zu weit, wenn Apps für eine Totalüberwachung von Personen missbraucht werden.

Setzen wir diese Information in den Gesamtzusammenhang, der es auch deutschen Behörden erlaubt, das eigene Volk quasi unter Generalverdacht zu stellen und “Vorratsdaten” zu sammeln… Ich muss den Satz ja gar nicht mehr zu Ende schreiben. Das Szenario George Orwells steht einem auch so schon vor Augen.

Nicht? Ok, dann hier noch einmal in einfachen Worten, worum es geht:

Wie erkläre ich meinem Gegenüber das mit der NSA?

“Während einer Zugfahrt unterhalten sich zwei Fremde:
A: “[…] Ich habe ja nichts zu verbergen.”
B: “Haben Sie ein Handy?”
A: “Ja.”
B: “Bitte geben Sie mir das mal.”
A: “Warum?”
B: “Ja, ich will das mal durchsehen.”
A: “Das geht Sie nix an.”
B: “ACH WAS!!! Aber wenn die NSA und der Staat das täglich tun, ist das okay?”
- Stille -

Quelle: Fefes Blog

Petition am Tag der Menschenrechte gestartet

562 namhafte AutorInnen und bereits knapp 130.000 UnterstützerInnen weltweit (Stand 12.12.2013) verteidigen Demokratie im digitalen Zeitalter. Auch ich habe die Petition unterschrieben. Und ich rufe jede/n auf, es uns gleich zu tun:

Der Aufruf der Autoren-Gruppe „Writers Against Mass Surveillance“ wurde auf Initiative von Juli Zeh, Ilija Trojanow, Eva Menasse, Janne Teller, Priya Basil, Isabel Fargo Cole und Josef Haslinger am 10. Dezember 2013 in über 30 internationalen Zeitungen veröffentlicht:

“In den vergangenen Monaten ist ans Licht gekommen, in welch ungeheurem Ausmaß wir alle überwacht werden. Mit ein paar Maus-Klicks können Staaten unsere Mobiltelefone, unsere E-Mails, unsere sozialen Netzwerke und die von uns besuchten Internet-Seiten ausspähen. Sie haben Zugang zu unseren politischen Überzeugungen und Aktivitäten, und sie können, zusammen mit kommerziellen Internet-Anbietern, unser gesamtes Verhalten, nicht nur unser Konsumverhalten, vorhersagen.

Eine der tragenden Säulen der Demokratie ist die Unverletzlichkeit des Individuums. Doch die Würde des Menschen geht über seine Körpergrenze hinaus. Alle Menschen haben das Recht, in ihren Gedanken und Privaträumen, in ihren Briefen und Gesprächen frei und unbeobachtet zu bleiben.

Dieses existentielle Menschenrecht ist inzwischen null und nichtig, weil Staaten und Konzerne die technologischen Entwicklungen zum Zwecke der Überwachung massiv missbrauchen.

Ein Mensch unter Beobachtung ist niemals frei; und eine Gesellschaft unter ständiger Beobachtung ist keine Demokratie mehr. Deshalb müssen unsere demokratischen Grundrechte in der virtuellen Welt ebenso durchgesetzt werden wie in der realen.


  • Überwachung verletzt die Privatsphäre sowie die Gedanken- und Meinungsfreiheit.

  • Massenhafte Überwachung behandelt jede/n einzelne/n Bürger/in als Verdächtigen. Sie zerstört eine unserer historischen Errungenschaften, die Unschuldsvermutung.

  • Überwachung durchleuchtet den Einzelnen, während die Staaten und Konzerne im Geheimen operieren. Wie wir gesehen haben, wird diese Macht systematisch missbraucht.

  • Überwachung ist Diebstahl. Denn diese Daten sind kein öffentliches Eigentum: Sie gehören uns. Wenn sie benutzt werden, um unser Verhalten vorherzusagen, wird uns noch etwas anderes gestohlen: Der freie Wille, der unabdingbar ist für die Freiheit in der Demokratie.

WIR FORDERN DAHER,
… dass jede/r Bürger/in das Recht haben muss mitzuentscheiden, in welchem Ausmaß seine persönlichen Daten gesammelt, gespeichert und verarbeitet werden und von wem; dass er das Recht hat, zu erfahren, wo und zu welchem Zweck seine Daten gesammelt werden; und dass er sie löschen lassen kann, falls sie illegal gesammelt und gespeichert wurden.

WIR RUFEN ALLE STAATEN UND KONZERNE AUF,
diese Rechte zu respektieren.

WIR RUFEN ALLE BÜRGER/INNEN AUF,
diese Rechte zu verteidigen.

WIR RUFEN DIE VEREINTEN NATIONEN AUF,
die zentrale Bedeutung der Bürgerechte im digitalen Zeitalter anzuerkennen und eine verbindliche Internationale Konvention der digitalen Rechte zu verabschieden.

WIR RUFEN ALLE REGIERUNGEN AUF,
diese Konvention anzuerkennen und einzuhalten.”

Quelle: Writers against Mass Surveillance

Holen wir uns das Internet zurück!

Lassen wir es nicht zu, dass man uns weiter für dumm verkauft und “nationale Sicherheit” vor persönlicher Freiheit und Demokratie setzt. In entrechteten Gesellschaften sterben Menschen für Liberalität. Wir können sie noch mit unserer Unterschrift verteidigen.

Mach mit: Unterzeichne.

Vielen Dank.



PS: An dieser Stelle ist sicher auch noch einmal ein Hinweis auf meinen Umgang mit Datenschutz und Datensicherheit – sofern ich dies unter den gegebenen Umständen überhaupt in der Hand habe – angebracht.

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