Meine Antworten auf häufige Fragen aus kleinen und mittelständischen Firmen

Impuls

Systemisch Denken, Identifizieren, gemeinsam Handeln

26.05.2014 – Als Gemeinwohl-Unternehmerin und Wissensarbeiterin beschäftige ich mich mit der Frage, wie die Lebens- und Arbeitsbedingungen im deutschsprachigen Raum verbessert werden können. An welchen Faktoren erkenne ich Veränderungen? Erhöht sich die Lebensqualität? Sinkt sie? Ich werde aktiv in den Bereichen, die ich beeinflussen kann. Und natürlich denke ich darüber nach, wie ich Menschen so für das Thema begeistern kann, dass sie nicht nur gemeinsam mit mir diskutieren - sondern sich lebhaft einbringen. Hier meine drei wichtigsten Führungsprinzipien zu Lebens- und Arbeitswelten mit Zukunft.

Die Zukunft voller Tatendrang zu gestalten und die Herausforderungen unserer Zeit zu lösen – dafür braucht es Gestaltungswillen und eine großzügige Portion Anfängergeist. Kooperatives und wohlwollendes Miteinander, Natur erhalten, Gemeinwohl so fördern, dass Wirtschaft nicht nur die Grundbedürfnisse stillt, sondern die Lebensqualität erhöht. Das hat für mich nichts mit Gutmenschentum zu tun.

Das Spiel der Kräfte ist nur ausgeglichen, wenn Mensch, Kultur, Unternehmertum und Umwelt als ganzheitlicher Organismus erfasst wird. Wenn ich mich als Teil dieses Systems begreife. Wenn ich mitgestalten – mitentscheiden und umsetzen – kann. Dann kommt noch die Komponente Zeit hinzu. Mein Traum: Auch die Enkel unserer Urenkel sollen in einem lebendigen Umfeld aufwachsen und Neues erschaffen können. Zusammengefasst sprechen wir von Nachhaltigkeit.

Es liegt dabei in der Natur der Sache, dass ich keine Weisungsbefugnis für meine Mitmenschen habe. Wie ich lebe und arbeite – darüber wollen wir selbstbestimmt entscheiden. Oberlehrer und Missionare lösen Gegenwehr hinaus. Niemand möchte sich bevormunden lassen. Aus meiner Erfahrung weiß ich: Es geht anders!

Aus den Gesprächen mit Menschen aus meinem Netzwerk und Reflexion über mein eigenes Führungsverhalten ist eine Grundüberzeugung in mir gereift:

Was du mir sagst, das vergesse ich.
Was Du mir zeigst, daran erinnere ich mich.
Was Du mich tun lässt, das verstehe ich.
Beteilige mich, und ich werde es tun!


In Anlehnung an Konfuzius [551 – 479 v. Chr.]

Erfolgreich Führen

Für eine positive Wahrnehmung einer Führungskraft sind aus meiner Sicht folgende Faktoren ausschlaggebend:

  • Ich erfasse das Gesamtsystem und erkenne: Ich bin ein Teil davon – möglicherweise ein Teil des Problems, in jedem Fall jedoch ein Teil der Lösung.
  • Bin ich mir meines Anteils bewusst, identifiziere ich mich mit diesem System. Ich bin aufgeschlossen, sinngekoppelt.
  • Aus dieser kognitiv-emotionalen Grundeinstellung und einem hohen Grad Sinnkopplung folgt das Handeln. Ich nehme aktiv teil und gestalte.

Erfolgreich Führen heißt, zu Reflektieren und professionell-intuitiv zu handeln. Der Wert meines Führens entsteht gemeinsam mit anderen. Führen ist daher auch unabhängig von Hierarchie und formaler Macht. Je nach Situation wirken meine Handlungskompetenzen: Fachwissen, Methoden-Baukasten, soziale und emotionale Intelligenz. Mein (Nicht)Tun ist dabei beeinflusst von meinen Grundwerten und Grundeinstellungen. Ich bin lebendig. Ich gehe achtsam mit mir und meinen Mitmenschen um. Daraus leite ich drei Erfolgsfaktoren für meinen ganz persönlichen Führungsstil ab:

Systemisch denken & Sichtbarkeit geben

Ich gebe dem übergeordneten System und den Akteuren des Systems Sichtbarkeit. Welches das relevante System ist und wer die Handelnden, entscheide ich aus der Situation heraus. Je klarer ich es gemeinsam mit den Mitstreitern – sei es ein einzelner Kunde oder ein Projekt-Team mit Personen aus unterschiedlichsten Lebens- und Arbeitsbereichen – abgrenzen kann, desto höher mein Wert als Führungskraft.

Gelingt mir die Definition des Systems und darauf aufbauend das Formulieren des Vorhabens mit den Akteuren des Systems, entsteht eine Magnetwirkung. Ich schiebe nicht. Ich ziehe nicht. Menschen folgen meiner Führung aus freien Stücken – weil sie sinngekoppelt sind. Als Führungskraft hole ich sie ab und nehme sie mit. Ich entscheide nicht für sie, sondern gemeinsam mit ihnen.

Dabei achte ich darauf, dass ich gute, teils provokante Fragen stelle – nicht jedoch die Antwort vorgebe. Systemisches Denken zu fördern, bedeutet oftmals, mich in Geduld zu üben. Jeder hat eine Vorstellung davon, was ihn betrifft – mal auf den ersten, mal auf den zweiten Blick. Die einzelnen Geschöpfe brauchen unterschiedlich viel Zeit, den eigenen Beitrag am Vorhaben zu erkennen und in die Tat umzusetzen. Die Gelassenheit, Menschen diesen Entwicklungsschritt selbst gehen und über ihr Tun frei entscheiden zu lassen, ist eine der größeren Herausforderungen in meiner Arbeit.

Wiedererkennen & Identifizieren

In den von mir umgesetzten Projekten und Initiativen versuche ich, das System und die sich mir daraus ergebenden Fragen so gut wie möglich und so offen wie nötig zu umreißen. Diejenigen, die sich aktiv einbringen, sind die Richtigen. Die Unentschlossenen können wir mit unserem Tun vielleicht packen.

Ich bin überzeugt, jeglicher Fortschritt wird nicht durch Gesetze oder kluge Reden ausgelöst – sondern durch aktive Menschen. Mit ihrem Tun zeigen sie Lösungen auf. Ideen, die andere dann bereitwillig aufgreifen, adaptieren und für sich neu interpretieren. Ich nenne es mein “Ampel-Prinzip der Wunschkunden oder Wunschpartner in Gemeinwohl-Projekten”:

Den “Grünen” gebe ich Sichtbarkeit in unseren Projekten und durch meine Tätigkeit als Wissensarbeiterin. Wir sind in unseren Grundeinstellungen sinngekoppelt. Ich vernetze sie untereinander – vermittle Kontakte. Wir kooperieren sinnvoll. Schätzen einander.

Den “Gelben” signalisiere ich Gesprächsbereitschaft – für strategische Beratung und Begleitung in ihren Projekten. Darüber hinaus biete ich offene und auf Wunsch individuelle Veranstaltungen an. Hier liegt der Schwerpunkt meines Führens im “Sichtbarmachen” von Alternativen. Es sind die Haltestellen an denen sie zusteigen können.

Den “Roten” werde ich es nie Recht machen können. Es sind möglicherweise auch diejenigen, die viel reden – jedoch nichts auf die Straße bringen. Sie sind sinnentkoppelt. Ich respektiere ihre Meinung. Mir ist klar, dass ich sie nicht überzeugen werde. Zum Jagen tragen kann ich sie auch nicht. Und das ist in Ordnung so. Das gehört zur Vielfalt und Demokratie dazu, auch wenn es nicht immer leicht ist, das zu akzeptieren.

Aktiv Mitgestalten & ins Handeln kommen

Damit bin ich beim Dritten Element für meine wichtigsten Führungsprinzipien: Ins Handeln kommen. Menschen werden aktiv, wenn sie die Freiheit zur Meinungsbildung und zum Gestalten haben. Führen heißt für mich in diesem Zusammenhang auch, selbst voranzuschreiten, nicht auf andere zu warten. Selbst ins Handeln zu kommen.

Für Initiativen und Projekte – egal welcher Größe – heißt das, …

  • Thema, Raum und Zeit als Rahmen zu setzen.
  • miteinander ins Gespräch kommen. Fragen aufzuwerfen.
  • mit eigenen Impulsen einen Beitrag zum positiven Diskurs anzuzetteln.
  • schrittweise Ideen gemeinsam umsetzen und dabei sinnvoll zu kooperieren.

Letzteres erreiche ich, wenn jeder den Wert erkennt, den er zum Gesamtvorhaben einbringen will. Und wenn ich ihm den Raum geben kann in dem er bereit ist, diesen Beitrag zu leisten. Es obliegt dabei in seiner Verantwortung, auf sein bedingungsloses Grundeinkommen sowie die für die Leistungserbringung notwendigen Mittel selbst zu achten. Wie das geht – dafür stehe ich wiederum gern mit Rat und Tat zur Seite.

Der Dreiklang

Alle drei genannten Elemente bedingen sich gegenseitig. Aus ihnen heraus wächst der Wert meiner Führungsqualität. Dieser Wert manifestiert sich seitens meiner Mitstreiter und Kunden in den Einstellungen, Einschätzungen und Haltungen zu meiner Arbeit. Dieser Wert wird zwar häufig durch rationale Faktoren belegt. Festigen wird er sich jedoch über positive Erlebnisse und emotionale Impulse.

Für mich und mein Engagement im Thema “Lebens- & Arbeitswelten mit Zukunft” äußert sich das darin, wenn Menschen

  • stolz darauf sind, Teil der Initiative zu sein.
  • sich aktiv mit Blogbeiträgen und finanziell in die Aktionen einbringen.
  • anderen mit einer entspannten, wohlwollenden Weise begegnen – mein Führungsstil also ein wenig auf sie abfärbt.

Meine Motivation, diese “Spielwiese” für die Akteure aufzubauen, ist das Strahlen in ihren Augen. Es ist ein schönes Gefühl, wenn mich Kunden anrufen “Es hat geklappt!” und sie mir von ihren Erfolgen erzählen. Es ist genial, wenn Projekt-Akteure mit Haut und Haar das Gespür für die Kraft einer mit Freude ausgeführten Tätigkeit entwickeln. Es trägt mich durch die harte Arbeit in der Vorbereitung von Veranstaltungen, Menschen zu erleben, die anfangen nachzudenken. Sie ein Stück des Weges zu begleiten und im Verlauf der Zeit zu erkennen, wie sie sich weiterentwickeln – das ist einfach großartig.

Ich danke Bernd Geropp für den Impuls zu diesem Blogbeitrag. Mit seiner Blogparade Die 3 wichtigsten Führungsprinzipien! hat er mich und viele, sehr spannende Akteure eingeladen, Ihre Prinzipien für Führung zusammenzufassen. Die Beiträge sind wunderbar vielfältig und allesamt sehr lesenswert.

Ich wünsche viel Spaß beim weiteren Stöbern,

Stöbern bei madiko

… nach Themen:

Die 3 wichtigsten Führungsprinzipien – Blogparade von Bernd Geropp

Letztes update: 16.04.2015

Dieser Artikel wurde verschlagwortet mit: Führen, Führungsprinzipien, Systemisch Denken, Identifizieren, gemeinsam Handeln, Gemeinwohl, Unternehmertum, Blogparade

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