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20 Jahre Trott-war - Ideen für das Jubiläumsjahr

03.03.2014 – Menschen, die ihr Leben positiv ändern wollen, müssen bereit sein, selbst die nötigen Schritte zu tun. Nehme ich sie ernst und lasse sie ihr eigenes Schicksal bestimmen, entwickelten sich neue Geschäftsmodelle. Bei Trott-war, einem Sozialunternehmen aus der Region Stuttgart, finden mehr als hundert sozial Benachteiligte durch Gestalten und Verkaufen von Zeitungen, ein Pfandflaschen-Projekt, die Theatergruppe, alternative Stadtführungen und andere Aktivitäten einen Wiedereinstieg in die Arbeitswelt und das soziale Leben. Im Rahmen eines WorldCafés entwickelten wir Ideen für ihr Jubiläumsjahr.

1994 gründeten Journalisten und Privatleute den Verein Trott-war. Im Mittelpunkt steht die Arbeit für und mit sozial Benachteiligten. Ihr Engagement folgt zwei zentralen Prinzipien: Mit einer Straßenzeitung bieten sie den Betroffenen zum Einen eine Plattform für ihre Belange und Anliegen. Zum Zweiten können sie sich mit dem Verkauf eine zusätzliche oder gar hauptberufliche Verdienstmöglichkeit schaffen.

Aus der gemeinsamen Arbeit entwickelten sich in den vergangenen zwanzig Jahren neue Geschäftsmodelle. Heute finden mehr als hundert Menschen durch den Zeitungsverkauf, das Pfandflaschen-Projekt am Stuttgarter Flughafen, die Theatergruppe, alternative Stadtführungen, das Wohn-Projekt und andere Aktivitäten einen Wiedereinstieg in die Arbeitswelt und das soziale Leben. Mit der Trott-war Grabfürsorge erwerben sie eine letzte Ruhestätte und ein anonymes Grab bleibt ihnen erspart.

Hinter allen Geschäftsmodellen steht die Grundüberzeugung: Menschen, die ihr Leben positiv ändern wollen, müssen bereit sein, selbst die nötigen Schritte zu tun. Die Verkäufer von Trott-war sind dazu bereit. Sie bestimmen (wieder) ihr eigenes Schicksal. Auf diese Weise ist Trott-war für sie keine soziale Einrichtung. Sie ist eine Perspektive. Sie ermöglicht ihnen – die oft schwere Schicksalsschläge, Krankheiten, Sucht, häusliche Gewalt erlebt und größtenteils auf der Straße gelebt haben – den Weg zurück in die Gesellschaft.

Aus diesen Grundüberlegungen ergibt sich die besondere Herausforderung eines jeden (Sozial)Unternehmens: Trott-war gibt es nur, wenn sich Menschen finden, die Trott-war gestalten und sich aktiv einbringen. Arbeit lässt sich nicht bestimmen. Engagement entsteht durch als Gemeinsamkeit erkannten Sinn sowie mit einem hohen Maß an Selbstorganisation. Die vier Hauptamtlichen von Trott-war fördern die Gemeinschaft.

Die über hundert Verkäufer finden im Verein eine Familie. Sie lernen, sich gegenseitig auf ihrem individuellen Weg zu unterstützen. Sie erfahren was es bedeutet, Verantwortung für sich und andere zu übernehmen. Das stärkt ihr Selbstwertgefühl und ihr Selbstbewusstsein. Ein wesentlicher Schritt zu mehr Selbständigkeit und Unabhängigkeit von Sozialleistungen.

Eine der Führungsmaßnahmen sind die regelmäßig stattfindenden Verkäuferversammlungen. Sie sind ähnlich organisiert wie Betriebsversammlungen: Ein gemeinsames Frühstück, sprechen über die persönlichen und unternehmerischen Belange – mit und ohne Geschäftsleitung, bilden von Arbeitsgruppen.

Am 17. Januar 2014 fand eine besondere Verkäuferversammlung statt. Es war eine Sondersitzung zur Ausrichtung der Jubiläumsfeierlichkeiten „20 Jahre Trott-war”. Vor Ort waren – neben Straßenverkäufern und dem Kernteam von Trott-war – Führungskräfte des IT-Unternehmens FIDUCIA. Wie es dazu kam, erzähle ich Euch nächste Woche.

Die Aufgabe war, Ideen für das Jubiläumsjahr zu sammeln. Ideen, die auch umgesetzt werden können. Bereits seit Oktober laufen die Vorbereitungen. In den vorangegangenen Sitzungen waren erste Vorschläge entwickelt worden, die den Rahmen für die Versammlung bildeten.

Helmut Schmid, Geschäftsleiter von Trott-war, brachte uns noch einmal auf den neuesten Stand:

  • Trott-war Kulturwoche
  • (VIP)Veranstaltung mit/im Porsche-Museum (Finanzierung offen)
  • Sonderheft / Jubiläumsausgabe Trott-war
  • Theaterstück zum Jubiläum
  • Alle Maßnahmen müssen wirtschaftlich sein – bestenfalls sogar einen kleinen Gewinn für den Verein erwirtschaften.

Wir hatten den Vormittag lang Zeit, um daraus konkrete Maßnahmen zu entwickeln. Aus meiner Erfahrung ist die beste Großgruppenmethode zum Sammeln von Ideen in kürzester Zeit ein WorldCafé. Für die zirka 45 Menschen im Raum übernahm ich mit Unterstützung von Gebhard Borck die Moderation des WorldCafés.

Die Fotos des sehr spannenden, kreativen Prozesses findest Du in meiner Fotostory WorldCafé 20 Jahre Trott-war.

Hier die Ergebnisse unserer Perlenlese:

  • Kulturblog auf der Website von Trottwar
  • Kooperation mit Firmen, die ebenfalls im 20. Jubiläumsjahr stehen
  • Trott-war Staffellauf
  • Trott-war Kulturwoche
  • Trott-war Bretzel Verkaufsstand
  • Theaterstück “Trott-war im Zeitraffer”
  • Spenden-Gala im Rahmen der VIP-Veranstaltung im Porsche-Museum
  • Verkauf der Jubiläumsausgabe an Mitarbeiter in Firmen

Ich würde mich sehr freuen, wenn sich viele Aktive finden, Trott-war in der Umsetzung zu unterstützen. Leider sind die Zeiten für das Sozialunternehmen nicht rosig. Aus meiner Sicht kann es jedoch für Stuttgart nicht die Lösung sein, (dauerhaft) Harz IV statt einer (einmaligen) Finanzspritze zu zahlen. Von den sozialen Folgen für die Betroffenen mal ganz abgesehen.

Ich wünsche mir, dass es gelingt, mehr Menschen auf das geniale Konzept hinter Trott-war aufmerksam zu machen. Das Jubiläumsjahr ist eine sehr gute Gelegenheit dazu. Und die gesammelten Ideen sind pfiffig und machen sicher Spaß in der Verwirklichung. Die besten Voraussetzungen also für Corporate Citizenship, Corporate Social Responsibility und ehrenamtliches Engagement. Gern stelle ich den persönlichen Kontakt zum Team her.


Zur Fotostory: WorldCafé 20 Jahre Trott-war.

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