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Spaß an der Arbeit? Sehr verdächtig!

24.05.2014 – Immer noch macht sich - vieler Studien zum Trotz - verdächtig, wer in unserer Vorzeige-Industrienation Spaß bei der Arbeit hat. Man mag ein bedingungsloses Grundeinkommen für sozialistische Utopie, die Generation Y für weltfremde Träumer und die Forderung nach dem Sinn der Arbeit für ein Luxusproblem am oberen Ende der Maslowschen Bedürfnispyramide halten. Es sind Symptome eines Umbruchs. Daraus ergeben sich zwei Spannungsfelder: Kooperation und Teilhabe plus Sinn und eigener Beitrag. Marcus Raitner, Impulsgeber von "Lebens- und Arbeitswelten mit Zukunft" plädiert für ein agileres Arbeiten.

Komplexe und teilweise hoch-politische Projekte zu Erfolg führen: esc Solutions ist spezialisiert auf IT-Projekt-Management. Marcus Raitner, Informatiker und Geschäftsführer der Münchner Unternehmensberatung fragt:
“Wie klug, wirtschaftlich und sinnvoll ist es heute noch, täglich lange Arbeitswege in Kauf zu nehmen, nur um sich dann gegenseitig bei der Wissensarbeit im Großraumbüro zu stören?”

Er ist überzeugt,
“mit der richtigen Infrastruktur wäre heute schon ein deutlich flexibleres und produktiveres Arbeiten in Unternehmen möglich. Theoretisch jedenfalls. Praktisch verhindern das Misstrauen, Kontrollwahn und Präsenzfetisch.”

“Das Managen von Projekten ist für uns in erster Linie eine herausfordernde Führungsaufgabe. Wir fassen den Begriff Projekt-Management deutlich weiter und beschränken uns nicht nur auf die reine Methodenkompetenz und Infrastruktur. Den Prozess des Hineinwachsens in die Führungsaufgabe begleiten wir sehr sorgfältig. Wir nennen das IT-Projektcoaching und meinen damit die systematische Begleitung von Mitarbeitern und auch Kunden in IT-Projekten als Coach, Mentor und Sparringspartner.”

“In unseren Projekten herrscht ein Geist der Kooperation. Bei Engpässen und Problemen unterstützen wir uns kollegial und unbürokratisch. Ganz bewusst beschränken wir uns bei unseren langfristigen Einsätzen auf den Großraum München. Wir vertrauen unseren Mitarbeitern bedingungslos: Arbeitszeiten werden nur aus Gründen der Abrechnung erfasst, Urlaube von jedem selbst verwaltet und im Übrigen auf jegliche Form von Anreizsystemen verzichtet.”

“Ich bin überzeugt, der Übergang vom Industriezeitalter ins Zeitalter der Wissensarbeit erfordert ein radikales Umdenken unserer Lebens- und Arbeitswelten. In den Strukturen von vorgestern mit Methoden von gestern werden wir niemals die Probleme von morgen lösen. Es ist höchste Zeit, Projektarbeit verträglicher zu gestalten: Sinnvoll(e) Projekte machen. Ohne Experimentierfreude und Achtsamkeit für den glücklichen Zufall (Serendipity) werden wir unser Potential nicht voll entfalten können, 5-Jahres-Pläne und Lebensziele hin oder her. Denn weder kennen wir unser Potential genau genug noch können wir vorhersagen, welche Chancen sich uns bieten werden. Wir können nur Gelegenheiten schaffen indem wir vieles versuchen, neugierig und achtsam.”

Weiterlesen: Zum Profil von Marcus Raitner, Impulsgeber unserer Initiative Lebens- & Arbeitswelten mit Zukunft und Mitbegründer unseres Medien-Partners openPM.

Sehr lesenswert ist auch Marcus’ Blogbeitrag Lebens- und Arbeitswelten mit Zukunft via führung erfahren.

Dieser Artikel wurde verschlagwortet mit: Arbeitswelten, Lebenswelten, Projekte, Projekt-Management, Management, Führen, Sinn, Arbeit, Teilhabe, Infrastruktur, agil



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