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Ein intensives Jahr geht zu Ende - madiko Jahresrückblick 2012

31.12.2012 – Bevor in Kürze die Korken knallen, wende ich den Blick zurück. Das Jahr 2012 gehört zu den intensivsten meines Lebens. In der Projektarbeit habe ich viel gelernt. Ich habe faszinierende Persönlichkeiten kennengelernt. Viele Impulse und Anregungen konnte ich aufnehmen und weitergeben. Die Liste unserer Projekte ist lang. So geht es mir nicht leicht von der Hand, nur eine Auswahl der Höhepunkte der vielen Highlights zu treffen. Ich nutze die Gelegenheit und bedanke mich bei allen Mitstreitern, Freunden und Fans – ohne Euch wäre es nicht so ein geniales Jahr geworden! Rutscht gut ins Neue Jahr!

Es ist mir stets ein Vergnügen, mit Freunden unterwegs zu sein. Eine unserer Lieblingsbeschäftigungen: regelmäßig ein Mal im Quartal ins Kabarett gehen. Mal abgesehen davon, dass es Spaß macht – es hilft, die triste Berichterstattung von einer anderen Seite zu sehen. So möchte ich hier noch einmal auf den Beitrag vom 01.12. verweisen und das Wort an Urban Priol übergeben. Er fasst mit Tilt! 2012 das Jahr 2012 im Allgemeinen für uns zusammen.

2012, das Jahr des Fahrrads

Ich gehöre schon seit Jahr und Tag zu den Alltagsradlerinnen. In Stuttgart ist das bisweilen eine Herausforderung. Radwege hören bereits nach 500 m abrupt auf oder ähneln einem Riesenslalom um Fußgänger. Autos stehen im Fokus der Stadtplanung. Das heißt, man wird nicht nur angehupt. FußgängerInnen und RadfahrerInnen müssen mobil zurück stecken.

Daher hat mich ein Anruf gleich am 2. Januar 2012 besonders gefreut: Auf Empfehlung von B.A.U.M. sprach mich Patrick Kofler von der helios aus Botzen (Südtirol / Italien) an. Seine Frage war, ob ich mich an einer Ausschreibung für eine “Marketingkampagne zur Förderung einer fahrradfreundlichen Mobilitätskultur in Baden-Württemberg” beteiligen würde.

Der Rahmen war schnell abgesteckt und wir trafen uns bereits zwei Tage später in Stuttgart. Dann ging alles Schlag auf Schlag: Konzeption entwickeln und unter den nunmehr drei Partnern helios, raumkom, madiko abstimmen. Angebot formulieren und gestalten (immerhin 431 Seiten!). Im Februar wussten wir: Wir sind in der Endausscheidung. Also galt es, vor dem Ministerium für Verkehr und Infrastruktur zu pitchen und schließlich zu verhandeln.

Ich hab’s – RadKULTUR Baden-Württemberg

Knapp drei Monate später waren wir schon mittendrin in der Fahrradförderung. Unser Ziel: Die Freude am Fahrradfahren erhöhen. Dem Thema Radkultur Sichtbarkeit geben. Wie das erreichen? In dem wir Aktionen anzetteln, bei denen viele Menschen mitgestalten und mitmachen können.

In enger Abstimmung mit dem Verkehrsministerium und den drei gewählten Kommunen Lörrach, Mannheim und Tübingen realisierten wir ein umfangreiches RadKULTUR-Programm. Hier ein Revival meiner persönlichen Höhepunkte:

BW sucht Deine RadIDEE

Unsere beste Idee ist meiner Meinung nach der Ideenwettbewerb “BW sucht Deine RadIDEE”. Wir riefen Tüftler aus Baden-Württemberg auf, Ideen rund ums Alltagsradeln zu entwickeln. Um dem Wettbewerb eine Richtung zu geben, setzten wir 2012 die Schwerpunkte Sicherheit und Fashion. Es wurden über 100 Vorschläge eingereicht und von der Jury bewertet.

Gewonnen haben schließlich (Die Links verweisen auf die Videos):

  • In der Kategorie Sicherheit: “BlinkerGrips“ von Richard Schartner und Liebmer Trauschein. Ihre in den Fahrradgriff eingebaute Leuchte kann als Begrenzungsleuchte oder Blinkeranlage fungieren.
  • In der Kategorie Mode/Bekleidung: “Schnelle Regenhose“ von Heike Knoche. Die Hose passt in den Trend des Upcyclings, kann leicht nachgeschneidert werden und schützt bei Regenwetter die Oberschenkel der Radlerin bzw. des Radlers.

Das RadKULTUR-Programm des MVI in Kooperation mit helios und raumkom ist eines der ehrgeizigsten in ganz Deutschland. Ich hoffe, es findet zahlreiche Nachahmer.

Radkultur in 2013 – Ausblick

Auch in 2013 werden wir der Radkultur – auf neuer Ebene – Rückenwind geben. Zwar zaghaft, jedoch mit richtiger Grundidee kam 2012 vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung ein Vorstoß in Sachen nachhaltiger Mobilität: Mit einem nationalen Radverkehrsplan 2020 bekennt sich der Minister zu mehr Fahrradfreundlichkeit, wenngleich ich das für den Radverkehr zur Verfügung stehende Budget nicht für ausreichend halte.

Schon deutlich sinnvoller war dann im letzten Quartal die Entscheidung, dass Diensträder ab sofort den Dienstwägen gleich gestellt sind. Ein Hoch auf Ulrich Prediger, Holger Tumat & Co. für ihr Engagement. Ich bin mächtig stolz, an Leaserad beteiligt zu sein. Was zunächst als stille Beteiligung über Seedmatch zustande kam, hoffe ich in ein gemeinsames Projekt wandeln zu können. Mal schauen, was in den nächsten Monaten möglich sein wird. Schließlich gehört madiko zur “LeaseRad Crowd”.

In jedem Fall freue ich mich, dass es immer mehr Initiativen zur Förderung der Radkultur gibt. Ich drücke den “Kollegen” für 2013 die Daumen und freue mich auf die von uns geplanten Aktionen. Dazu in den nächsten Wochen und Monaten mehr.

Bewusst leben – erfolgreich arbeiten – Zukunft gestalten

Eng mit dem Thema Fahrradfreundlichkeit verknüpft, sind die Fragen:

  • Wie kann ich unternehmerische Ideen effizient und mit Freude realisieren?
  • Wie schaffe ich mir ausreichend Entspannung und Erholung, um kreativ, motiviert und gesund zu bleiben?

Fragen, die nicht nur ich mir stelle. Als mich Marga Biebeler Mitte des Jahres ansprach, ob ich nicht das LifeWorkCamp unterstützen möchte, war ich sofort begeistert. Gemeinsam mit Jan Theofel hat sie das BarCamp organisiert. Ich war mit Rat und Tat dabei: Bewusst leben – erfolgreich arbeiten – Zukunft gestalten (Rückblick #LWC12 und Film)

Für 2013 bin ich eingeladen, das LifeWorkCamp von Anfang an mit zu organisieren. Jan und ich treffen uns in Kürze, um das Konzept für 2013 zu schärfen. Ich freue mich darauf, die vielen diskussionsfreudigen Menschen wieder zu treffen und ihnen eine Plattform zum Austausch anbieten zu können.

In 80 Tagen um die Welt: Operation Monkey Business

Apropos diskussionsfreudig. Eine Welle der Diskussion hat unser Projekt “Affenmärchen“ ausgelöst. Ausgehend von der These, dass Arbeit Spaß machen und sinnvoll sein kann, riefen wir zur Aktion “In 80 Tagen um die Welt” auf.

Nun ist Wirtschaft für die meisten Menschen lediglich öde Zahlenschupserei auf Dreisatzniveau. Also habe ich gemeinsam mit Gebhard Borck überlegt, wie ein kreativer Zusammenhalt zwischen Sinn und Wirtschaft möglich werden kann. Unsere Thesen haben wir öffentlich zur Diskussion gestellt: In zahlreichen Gesprächen, in WorldCafés, in Blogs, Fachzeitschriften, Interviews und Veranstaltungen.

Unsere Operation Monkey Business war nicht nur hinsichtlich der kontroversen Diskussionen ein Erfolg. Mit Unterstützung von startnext sammelten wir die nötigen 5.000 Euro für die englische Übersetzung des Fachbuchs “Affenmärchen – Arbeit frei von Lack und Leder”. Besonders hilfreich war dabei, dass Gebhards Reformationsschrift nicht an eine Kirchentür genagelt ist.

Unserer Zeit entsprechend, findet sie sich im sakralen Zentrum des 21. Jahrhunderts: im Internet. Als Affenmärchen-Blog kann man das Buch frei zugänglich und ohne Werbeunterbrechung lesen. Ab 2013 auch in Englisch. Damit ist der erfolgreiche Blog nicht nur für deutschsprachige Diskussionsfreudige offen – sondern international.

Die “Operation Monkey Business” ist nicht das einzige Crowdfunding-Projekt, das wir in diesem Jahr unterstützt haben. Weitere Projekte finden sich auf unserer praktisch NACHHALTIG-Seite bei startnext.

Interieur für passive Raumkühlung – Projektstudie veröffentlicht

Ein besonderer Höhepunkt in diesem Jahr war für mich die Präsentation unserer Projektstudie Raumkonzepte und Interieur für passive Raumkühlung auf der Consense. Es ist die erste, im Rahmen von praktisch NACHHALTIG entwickelte, Lösung: Das Eiswürfelprinzip für Möbel, Wände und Innenausbau.

Was mit einem offenen, unbeschwerten Kennenlernen auf der Consense 2011 begann, wurde ein Projekt von fünf Partnern: ibw, KIESS Innenausbau, EGGER, Resopal, BASF SE und wir. So unterschiedlich die Partner – so spannend die Lösungsfindung. Letztlich gelang es uns – rechtzeitig zur Messe – unseren ersten Prototypen zu produzieren.

Latentwärmespeicher sind ein sehr spannendes Thema. Wer mehr erfahren möchte, dem empfehle ich den Beitrag von Leonardo, der Wissenschaftssendung des WDR vom 27. Juli dieses Jahres: “Das Eiswürfel-Prinzip für Möbel“.

RANRFID-based Automotive Network

Mit unserer filmischen Dokumentation zu RAN haben wir einem weiteren Projekt Sichtbarkeit gegeben, das von der branchenübergreifenden Zusammenarbeit lebt. Im vertrauensvollen Austausch entwickelten Automobil-Hersteller, Zulieferer, Logistik-Dienstleister, IT-Spezialisten und Wissenschaftler wirtschaftliche, umweltfreundliche Lösungen. Ihr Ziel: Die Prozesse in der Automobilindustrie transparent und optimal steuern.

Wir begleiteten und berieten das RAN-Konsortium im letzten Halbjahr bis zur Abschlusspräsentation vor dem Ministerium für Wirtschaft und Technologie sowie der Öffentlichkeit. Das Ergebnis der Gespräche dokumentierten wir mit unserem Film “Die Automobilindustrie, Königsklasse für Logistiker“. Besonders beeindruckt hat mich die pragmatische und offene Art, mit der das RAN-Team mit uns zusammengearbeitet hat. Ich bin gespannt, was sich daraus noch entwickeln kann.

Vielen Dank!

Alles zusammen wäre nicht möglich gewesen ohne Mitgestalter, Partner, Kollegen, Freunde sowie kritische Stimmen und Mahner. Mein Dank für Euer Engagement und Eure Offenheit im Sinne des Gemeinsamen während des vergangenen Jahres geht an:

Alexandra Wüster, Alfred Kiess, Amelie Thomé, Andreas Zeuch, Axel Bitzer, Benny Wagener, Bertram Witz, Björn Bretschneider, Carsten Kipper, Christian Muschwitz, Christof Rauen, Daniel Schier, Erich Kimmich, Fabienne Daul, Gebhard Borck, Georg Tinnefeld, Günther Innerebner, Harald Amelung, Heiner Monheim, Ingo Valtigoer, Jan Theofel, Jens Fuchs, Jens Schlangenotto, Jens Schneider, Karl-Hans Kern, Maik Weiss, Manfred Riepertinger, Marc Glasl, Marco Bell, Marco Schmid, Marga Biebeler, Mario Kutruff, Markus Besch, Markus Stegfellner, Martina Bell, Matthias Kauffmann, Matthias Philippi, Michael Koch, Nora Schreiber, Oliver Czech, Patrick Kofler, Stefan Rösler, Torsten Mertz, Wolfgang Gauchel, und viele viele mehr.

Nicht vergessen sind unsere zahlreichen Fans und “Verfolger” (follower), die mit uns über unsere Social Media-Kanäle eng verbunden sind. Vielen Dank fürs Teilen, Kommentieren, Markieren!

Auf ein Neues in 2013!

Dieser Artikel ist Teil der Blogserie Blogschokolade

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