Kein Produkt ohne Projekt? Aufruf zur Blogparade

22.04.2015 – Erfolgreiche Firmen haben erfolgreiche Produkte. Oftmals greifen diese Systeme aus modularen Komponenten und Leistungen so ineinander, dass sich Synergien ergeben. Sie stiften einen hohen Nutzen für eine spezifische Wunschkunden-Gruppe. Denn sie sind definiert an den Bedürfnissen der Anwender. Gleichzeitig sind es oft pfiffige, innovative Lösungen. Die Beteiligten auf Hersteller- und Abnehmer-Seite pflegen wertschätzende Geschäftsbeziehungen auf Augenhöhe. Wie sind diese Firmen organisiert? Was sind erfolgsversprechende Methoden für Produktentwicklung, Markteinführung und Marktbearbeitung?

Höher, schneller, bunter, weiter – der Markt rund um Produkte verändert sich rasant. Wo unsere Eltern und Großeltern auf Langlebigkeit und hohe Qualität ihrer Investitionen achteten, tendieren wir heute zum “Neuesten”. Hersteller verkürzen Produkt-Lebenszyklen mittels “geplanter” Obsoleszenz zusätzlich. Kurz nach Ablauf der Herstellergarantie geht das Gerät kaputt. Reparaturen sind teurer als ein Neugerät. Müllgebüren werden ausgeblendet – diese zahlt ja (noch) die Gemeinschaft.

Nachhaltig ist das nicht

Zum Einen zwingt es uns in einen mehr oder weniger selbstgewählten Konsum-Terror. Zum Zweiten steigt der Ressourcenverbrauch dadurch extrem schnell an. Doch die Bodenschätze unserer Erde sind endlich. Schon heute wirkt sich das in monströser Weise im Kampf um beispielsweise Edelmetalle und Trinkwasser oder aber Personal aus.

Anwender bekommen das nur am Rande mit – wenn sie sich intrinsisch dafür interessieren. Dafür sorgen die großen Konzerne, die heimlich, still und leise die Gelegenheit nutzen, sich Natur-Reservate unter den Nagel zu reißen. Hier sei nur Nestle als Negativ-Beispiel im Zusammenhang mit der freien Trinkwasser-Versorgung in Europa genannt.

Im Hype um das neueste iPhone blendet ein Appleianer gern den Krieg ums Coltan aus. Die Lebensqualität von Arbeitern in der Papier-Industrie rückt in den Hintergrund, wenn ich Druckerzeugnisse vermeintlich billiger kaufen kann. Was interessieren mich die Lebensbedingungen eines Paket-Sklaven, solange ich Warensendungen an meine Kunden zu Dumping-Preisen oder kostenfrei anbieten kann.

Und für unsere tagtägliche Arbeit? Auch da wirken sich die verkürzten Produkt-Lebensszyklen in Form von steigendem Zeit-, Kosten- und Erfolgsdruck aus. Menschen werden auf ihre Produktivität reduziert, müssen zu Mindestlöhnen arbeiten.

Gleichzeitig steigt die Transparenz der Märkte mit der zunehmenden Digitalisierung. Der Aufbau von Kundenbindung und Storytelling ersetzen klassische Vertriebsmethoden. Erst ein Produkt entwickeln und sich dann überlegen, wie man es in den Markt einführt? Keine Chance! Das ist zum Scheitern verurteilt.

Es geht auch anders!

Meine Antwort auf Dynamik, Komplexität und den Umgang mit der Ungewissheit

Als Managerin in der Investitionsgüter-Industrie und heute als Gemeinwohl-Unternehmerin verfolgte ich diese Entwicklung wachsam. Ich kristallisiere die zentralen Fragen heraus, stelle sie zur Diskussion und suche nach Erfolgs- und Misserfolgsbeispielen, anhand derer wir gemeinsam lernen können. Meine Thesen lauten:

Erfolgreiche Hersteller (kleine und mittelständische Firmen im Bereich Investitionsgüter und Business to Business) …

  • haben eine klar umrissene Gruppe an Wunschkunden, für die sie exzellente Komponenten und Leistungen zu personalisierten Systemen weiterentwickeln.
  • pflegen enge Geschäftsbeziehungen auf Augenhöhe – betrachten Lieferanten wie Kunden als Partner im kollaborativen Erfolg.
  • verteilen die Beobachtung des Marktes und die Kreation von Produkt-Ideen und Lösungen auf die gesamte Firma und ihre Community.
  • setzen bei der Entwicklung und Realisierung ihrer Systeme auf engpass-zentrierte Strategie, die den Bedarf aller beteiligten Geschäftspartner in den Mittelpunkt stellt – nicht mehr und nicht weniger.
  • entwickeln im intensiven Austausch mit ihren Partnern ein gemeinsames Verständnis von Wert und Nutzen der gemeinschaftlich erbrachten Leistungen (Stichwort WertVerträge).
  • können Schwarmintelligenz pfiffig für die Produktentwicklung und Markteinführung nutzen, indem sie beispielsweise über agile Methoden Varianten und Prototypen testen und die Komplexität ihrer Systeme reduzieren.
  • sind als Firma selbstorganisierend und holakratisch aufgebaut – wodurch sie resilient und anpassungsfähig für zukünftige Entwicklungen sind.
  • entscheiden sich bewusst für eine humanistische Wirtschaft. Sie bekennen sich zu Lebens- & Arbeitswelten mit Zukunft, weil ihnen Menschen am Herzen liegen. Nicht aus Gründen des Profits oder der Kosten – sondern weil sie gelassen, sinngekoppelt und erfolgreich leben und arbeiten wollen.

Mit Komponenten zu Systemen – die zentralen Fragen für KMU

Neben den Themen, denen wir uns im Zusammenhang mit dem PM Camp Stuttgart im Spannungsfeld Produkt & Projekt in diesem Jahr stellen, beschäftigen mich folgende Fragen:

  • Was macht Produkt-Entwicklungs- und Markteinführungsteams heute erfolgreich? Wie arbeiten sie und wie sind sie strukturiert?
  • Wie gelingt es, eine Community aufzubauen und zu binden?
  • Welche Beispiele für Tops und Flops gibt es und was können wir daraus lernen? (Hier interessieren mich am meisten nachhaltig wirtschaftende Unternehmen.)
  • Wo sind die Stellschrauben, an denen wir drehen müssen, dass eine Firma besser läuft?
  • Wie gelingt es am besten, die unternehmerische Wette eines neuen Produktes – und nichts anderes sind Produktideen und Markteinführungen – zu gewinnen?
  • Wie verschaffen wir uns den Freiraum, Zukunft aktiv gestalten zu können? Wie gelingt es, dies heutigen und zukünftigen Generationen ebenso zu ermöglichen?

Mit diesen Gedanken rufe ich auf zur Blogparade. Ich freue mich über Praxisbeispiele. Ich freue mich über Meinungen von Experten aller Disziplinen und Branchen. Ich freue mich genauso über Fragen wie über einen kontroversen Diskurs.

Beiträge zur Blogparade

Die erste Kurzzusammenfassung gibt es unter Kein Produkt ohne Projekt? Erste Beiträge zur Blogparade (06.06.2015)

Fortsetzung:

Letztes update: 08.07.2015

Mach mit – so geht’s

Bei dieser Blogparade kann jeder mitmachen, der einen eigenen Blog, Podcast oder Video-Kanal hat. Was eine Blogparade ist und wie das so generell funktioniert, wird in den FAQ des Blogparaden-Blog ganz gut beschrieben.

Wichtig ist, dass Du in Deiner Publikation auf diese Blogparade “Kein Produkt ohne Projekt?” Bezug nimmst und ihn auf Deinem Kanal verlinkst. Der Einfachheit halber habe ich einen Kurzlink eingerichtet: Blogparade-Produkt-Projekt.madiko.com

Sobald Du einen Beitrag veröffentlicht hast, freue ich mich über einen Hinweis mit Link per Mail. Vielen Dank.

Lass Dich gern von meinen Fragen oben oder unserem “Fragen & Ideenraum” rund ums PM Camp inspirieren. Auch Beispiele – gelungen oder nicht – aus Deiner Praxis werden immer gern gelesen und verlinkt. Je vielfältiger die Ideen und je kontroverser die Diskussionen – desto besser! Vor allem freue ich mich über Beiträge aus kleinen und mittelständischen Firmen.

Erste Zusammenfassung für Ende Mai geplant

Mein aktueller Plan sieht vor, hier die erste Zusammenfassung Ende Mai zusammenzustellen. Derweil sammle ich am Ende dieses Blogs alle mir bekannten Beiträge zur Blogparade. Später werde ich in regelmäßigen Abständen die neu hinzu gekommenen Blogbeiträge bündeln und veröffentlichen.

Als Fahrrad-Enthusiast kommst Du zudem noch in den Genuss, drüben via FAHRRADkultur als Gastautor zu Wort zu kommen. Denn ich weiß, dass viele Entwickler und Produkt Manager leidenschaftliche Alltagsradler sind. Ob Du selbst Fahrräder entwickelst und herstellst – oder täglich zur Arbeit mit dem Rad fährst und es Deine Kreativität und Lebensfreude beflügelt – lass es mich wissen. Das darf gern Teil Deines Artikels zur Blogparade werden.

Nächste Zusammenfassung geplant für Juli 2015.

Rückenwind für die Blogparade – Angebot an Wissensarbeiter

Wer keinen eigenen Blog hat, ist eingeladen, seinen Artikel direkt an mich zu senden. Bitte melde Dich mit einer Blog-Idee bei mir (Grobskizze Deines Artikels). Dann gebe ich Dir ein erstes Feedback und ergänze Tipps plus ein kurzes Briefing zu den Qualitätsanforderungen für unser Online-Magazin.

Ich unterstütze auch gern beim Publizieren, wenn Schreiben, Podcasten und Video nicht so Dein Ding ist, Du Dich aber an der Diskussion beteiligen magst. Vielleicht wäre ein Interview eine Lösung. Oder Du nutzt die Gelegenheit für eine Reportage? Bitte komme auf mich zu, um eine diesbezügliche Zusammenarbeit zu klären.

Anregungen, Fragen, Wünsche? Gern.

Bleib neugierig,

Dieser Artikel wurde verschlagwortet mit: Projekt, Produkt, BarCamp, Projekt Management, Produkt Management, Produktentwicklung, Markteinführung, Marktbearbeitung, Fahrrad, Manufaktur, Blogparade



Hast Du eine Idee und Anregung für Deine Frage gefunden?

Weitersagen heißt unterstützen. Empfehle uns gern weiter in Deinem Netzwerk. Vielen Dank!

Aus Gründen des Datenschutzes ist diese Funktion zum Teilen per default inaktiv. Mehr erfährst Du über den Button i.
Über das Zahnrädchen kannst Du Deine gewünschte Standard-Einstellung wählen.

Gutes Karma - Kleines Dankeschön an Franziska via PayPal überweisen