Ich bin jetzt Premium-Kundin der NSA. Und jetzt alle!

12.06.2015 – Gegen illegale Massenüberwachung durch NSA & Co. hilft nur eins: Ein simpler Trick. Wir erzeugen mit Online-Aktionen falsche Datenspuren. Je mehr wir sind, desto effizienter. Der neue Volkssport gegen Überwachung heißt Akkurater Widerstand. Dahinter stehen Michael Bukowski, Anna Maria Mintsi-Scholze, Frederik Bordfeld und Ingo Stock. Sie sind das Startup für Grundrechte, das ich hiermit unterstütze. Mit wenigen Klicks streuen wir Sand ins Getriebe der Datenkraken und bringen Unschärfe in unsere Profile. Das macht Spaß, ist dabei völlig legal und noch dazu einfach. Machst Du auch mit?

Wir sind mittendrin in der Digitalen Transformation unserer Gesellschaft. Selbst kleine “Design”-Änderungen in Applikationen und webbasierten Diensten können immense Wirkung auf uns haben. Wo wir uns einerseits über einen neuen Service und technisches Gimmic freuen, holen wir uns auf der anderen Seite ein neuerliches Problem ins Haus. Letzteres kommt schleichend. Wenn wir die Wirkung bemerken, ist es meistens schon zu spät…

Erschwerend kommt hinzu, dass wir alle unter Generalverdacht stehen. Von wegen “Ich habe nichts zu verbergen.” Wir verändern uns und unser Verhalten, wenn wir wissen, dass wir überwacht werden. Wir sind nicht mehr frei. Damit erzähle ich hier wahrlich nichts Neues. Schon oft habe ich darüber geschrieben, erst neulich wieder. Konsequenzen? Pustekuchen!


Immerhin:


Mit den Aktionen des Startups für Grundrechte bietet sich uns nun eine pfiffige Idee, wie wir dem System, das sich nicht mal Orwell in dieser Form ausdenken konnte, ein Schnippchen schlagen können. Ich zitiere die Gründer :

Phase 1: Ihr wollt all unsere Daten? Wir legen noch ein paar Daten drauf!

“Es gibt eine erstaunlich einfache Möglichkeit, etwas gegen Überwachung zu unternehmen: Wir erzeugen irreführende Datenspuren, mit denen wir die Systeme stören. Entscheidend dabei ist, dass sich so viele Leute wie möglich beteiligen. Deswegen starten wir von Anfang auch auf Englisch. Weitere Sprachen sollen folgen.

Zusammen bilden wir einen permanenten Online-Flashmob, den wir regelmäßig mit neuen Aktionen befeuern. Zum Auftakt rufen wir beispielsweise zum “Fake-Data-Day” auf, um Unschärfe in unsere Web-Profile bringen. Je mehr wir werden, desto sichtbarer und wirksamer wird die Bewegung.
Im ersten Schritt sorgen wir für Aufmerksamkeit und streuen etwas Sand ins Getriebe der Überwachungsmaschinerie.”

Wie der Akkurate Widerstand wirkt, kannst Du via www.akkurater-widerstand.org nachlesen.

Phase 2: Startup für Grundrechte

Noch im Laufe des Jahres 2015 plant das Startup, die Gründung einer gemeinnützige Gesellschaft (Akkurater Widerstand e.V. oder gGmbH). Geschäftszweck ist es, Lösungen zu entwickeln, die in großem Maßstab und automatisiert Stördaten und Datenmüll erzeugen:

“Das können Tools sein, mit denen wir unsere persönlichen Profile unscharf machen. Oder Datenkanonen, die riesige Mengen falscher Datenspuren erzeugen. Mit solchen Lösungen sorgen wir für Chaos bei den Überwachungssystemen. Dadurch werden wir immer weniger überwachbar und kontrollierbar. Das ist ein großer Schritt.”

Finanziert werden soll das Vorhaben von der Crowd. Mehr Informationen zu Datensouveränität im digitalen Zeitalter findest Du dort unter technologischer Hintergrund. Im Manifest beschreiben die Gründer ihre langfristige Strategie. Und was sie unter Datensouveränität verstehen.

Als ich nun über Heinrich Strößenreuther, Fahrrad-Enthusiast in Sachen Clevere Städte, von der Aktion erfuhr, war klar: Da mache ich mit!

Sinngemäß ruft er uns auf, NSA-Premium-Kunde zu werden (ich adaptiere):

“Hast Du schon vom “Tor-Browser” gehört? Wenn nicht: Das ist ein Browser, mit dem Du anonym im Internet surfen kannst. Moment mal, anonym surfen? Ist das nicht höchst verdächtig? Genau! Wer diesen Browser lädt, wird von der NSA registriert und sozusagen mit einem Verdächtigkeits-Upgrade versehen. Das nutzen wir jetzt in unserem Sinne. Denn je mehr unbescholtene Leute auf dem Radar der Geheimdienste landen, desto wertloser werden die Watch-Listen der Überwacher. Sprich: Wenn alle verdächtiger werden, ist keiner mehr verdächtiger als der andere. Gut so!”

Mir ist bewusst, dass das auch nicht der Lösung letzter Schluss sein kann. Doch ist es eine der pfiffigsten Kampagnen, die ich dazu in den letzten Jahren sehe. Und sie macht Spaß ;-)

Dein Upgrade – so einfach geht’s:

Und jetzt Alle!

Bleibt wachsam,


… und nicht zu vergessen:


Update 16.06.2015

Wenn es nicht so traurig wäre, es wäre lustig: Heute kam die erste “Kontaktanfrage” des US Offiziers Oscar Hughes von der “International Security Assistance Force (ISAF) under North Atlantic Treaty Organization (NATO)”. Via LinkedIN im Übrigen (siehe Link). Da ich sie nicht ignorieren kann, ohne dass mich LinkedIN alle Naselang daran erinnert, werde ich sie ablehnen und ihn als Nutzer meines Profils blockieren. Ich halte Euch auf dem Laufenden!

Wer mehr über die ISAF unter NATO (2001 bis 2014) erfahren möchte, dem seien der Wikipedia-Artikel International Security Assistance Force (ISAF) sowie zur North Atlantic Treaty Organization (NATO) mit viel Hintergrundwissen empfohlen.

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