Eine Kultur des Willkommens! #NOpegida #Stuttgart am 05.01.2015

30.12.2014 – Unsere Stadt ist und bleibt bunt! "In naher Zukunft werden mehr als die Hälfte der unter 40-Jährigen in Stuttgart einen Migrationshintergrund haben [...]." (Forum der Kulturen) Alljährlich zieht das SommerFestival der Kulturen 80.000 Menschen aus Fern und Nah nach Stuttgart. Das Forum zeigt den enormen Reichtum und die Potenziale, die dieser „eingewanderte“ Bevölkerungsteil in die Region einbringt. Nun ist es zwar Winter, ich hoffe dennoch, dass sich viele dem Aufruf der AnStifter zur #nopegida-Demo "Gemeinsam gegen Rassismus & Hetze" am 05.01. 17 Uhr auf dem Schlossplatz anschließen.

Laut Statistischem Landesamt Baden-Württemberg hatten 39% der Bewohner der Landeshauptstadt im Mai 2011 einen Migrationshintergrund. Ein großer Teil der MigrantInnen in Stuttgart kommt aus Entwicklungs-, Transformations- und so genannten Schwellenländern. Viele von ihnen bringen aus ihren Herkunftsländern hohe Qualifikationen mit. Sie sind entwicklungspolitisch interessiert oder haben aufgrund ihres noch recht engen Bezugs zu ihren Herkunftsländern eine hohe Affinität zu Entwicklungszusammenarbeit. Sie verfügen jedoch nur in wenigen Fällen über fundierte Kenntnisse, Erfahrungen und Qualifikationen. In der Regel haben sie bislang allerhöchstens punktuell Kontakt zu hiesigen Akteuren und Organisationen.

Als Dachverband von Migrantenvereinen und interkulturellen Einrichtungen steht das Forum der Kulturen heute im Zentrum eines breit angelegten Netzwerkes einschlägiger Vereine und Institutionen. Die Vereinsmitglieder fördern gesellschaftliche Teilhabe dieser MigrantInnengruppe und stärken die spezifischen entwicklungspolitischen Potenziale. So wurde ein Schwerpunkt auf die Vernetzung und Qualifizierung von Menschen mit Migrationshintergrund mit Akteuren aus dem Bereich Entwicklungszusammenarbeit gelegt.

Inzwischen ist das Forum der Kulturen auch über die Regional- und Landesgrenzen hinweg bekannt. Bundesweit nimmt es eine Vorbildfunktion ein. Auf seine Initiative hin fand im Oktober 2006 der erste Bundesfachkongress Interkultur in Stuttgart statt. Der 5. Bundesfachkongress Interkultur stellte sich heuer unter dem Motto HEIMATEN BEWEGEN der Aufgabe, das weite Feld von „Heimaten“ auszumessen und in einem Konzept der Vielfalt zu verorten:

“Menschen auf der Flucht sowie Menschen auf der Suche nach neuen Lebensperspektiven werden mit Grenzen, Abschottung und Rassismus konfrontiert, oder aber auch mit einer Freizügigkeit, die vorrangig wirtschaftlichen Interessen folgt. Bislang scheinbar eher eigenständige Kulturen wachsen zusammen und definieren sich neu. Egal, ob neu zugewandert oder alteingesessen, ob mit oder ohne Migrationsbiografie – Menschen lassen sich nicht länger auf eine einzige kulturelle Identität reduzieren. Sie sind immer weniger nur in einer Heimat zu Hause. Statt Eindimensionalität erfordert Heimat künftig den Plural.”
Bundesfachkongress Interkultur Mannheim, 2014.

Zu einer gleichberechtigten gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Teilhabe, zu einer nachhaltigen interkulturellen Öffnung von Politik und Verwaltung, Wirtschaft und Kultur, zu einem Miteinander auf Augenhöhe ist es noch ein weiter Weg. Das merken wir in der aktuellen Diskussion um PEGIDA (Patriotische Europäer gegen Islamisierung des Abendlandes) leider nur zu deutlich.

Also lasst uns wachsam bleiben – und uns für eine Willkommenskultur einsetzen.

Ich bin bei der #NOPEGIDA-Demo am 05. Januar 2015 17 Uhr auf dem Schlossplatz Stuttgart dabei. Du auch?

Quellen:

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