Menü

20.000 Tweets

Gezwitscher rund um Lebens- & Arbeitswelten mit Zukunft

veröffentlicht: 09.05.2019 · Franziska Köppe | madiko
aktualisiert: 13.05.2019 · Franziska Köppe | madiko

Hoppla! Die Zeichen vergehen wie im Flug. War es nicht erst gestern, dass ich von meinen ersten 10.000 Tweets berichtete? Keine 41 Monate und 18 Tage später verkünde ich meinen 20.000 Tweet. Nanu. Und wie ich so meinen heißen Kakao schlürfe, sinniere ich darüber nach, was sich via Twitter tut. Obschon es mit nunmehr 280 Zeichen deutlich einfacher geworden ist, mich mitzuteilen – es ist die Kürze, die den Reiz des Mediums ausmacht. Und die Chance, Kontakt zu halten, an meinen Wunschthemen dranzubleiben, den Horizont beständig zu erweitern und die Neugier in der Veränderung nicht zu verlieren.

Foto: 20.000 Tweets / Sketchnotes
Franziska Köppe | madiko sketchnotes

Lesezeit ~ 6 min [ + Video ~55 min ]

Seit meinem ersten Tweet am 13.12.2012 versendete ich also 20.000 Kurznachrichten. So nehme ich mir erneut die Zeit, ein kleines Fazit zu ziehen. Warum? Zum Einen aus Neugier für und dem Spaß an der Absurdität, die so manche Statistik für uns bereit hält. Zum Zweiten aus Nostalgie. Denn es ist ganz interessant mit dem Abstand von 3 Jahren, 5 Monaten und 18 Tagen darauf zu schauen, was ich denn das letzte Mal zum 10.000er Tweet so schrieb. Was hat sich verändert? Hat sich etwas verändert? Ist das jetzt gut? Kann Soll ich dies überhaupt bewerten?

Die Zahlen erhob ich mit dem Twitter-eigenen Tool, nutzte den Taschen- und den Datumsrechner. Kein Hexenwerk also. Fangen wir bei den Basics an:

@madiko

die Zentralstelle für madiko via Twitter

Morgens, noch im Bett, greife ich in der Regel zum Smartphone und bringe mich auf den neuesten Stand via Twitter. Das ist mir ein Ritual zum Wachwerden geworden. Lieblingsblogs zu Lebens- & Arbeitswelten mit Zukunft, meine zentralen Themen-Listen, Perspective Daily, Netzpolitik, FAHRRADkultur, INDUSTRIE, Kultur und Musen – ich informiere mich und wecke damit meine (zumeist noch müden) Lebensgeister.

Lesenswertes verbreite ich dann gern an meine Follower. Dabei versuche ich, den Kern oder was mir besonders gut gefallen hat in Form eines Zitates oder Kommentars als Mehrwert hinzuzufügen. Was mir vor 3,5 Jahren noch schwerfiel, ist leichter geworden: Die Abgrenzung meiner eigenen Twitter-Kanäle untereinander:

  • @madiko – zentraler Account mit Fokus auf Lebens- & Arbeitswelten
  • @Arbeitswelt_KMU – Account der EnjoyWork-Plattform-Kooperative
  • @RADkult – Themenschwerpunkt FAHRRADkultur
    inklusive betriebliche Mobilität und Gesundheit für KMU
  • @_INDUSTRIE_ – Themenschwerpunkt Industrie
  • @pNACHHALTIG – Themenschwerpunkt Nachhaltigkeit
  • @_fk75 – privater Account, der Spuren von Politik & Gesellschaft enthalten kann

Es gibt Tage, da ist außer Scollen, Lesen, Verwerfen nix gewesen. Dann frage ich mich frustriert, wohin die Zeit verschwunden ist. Und dann gibt es die Tage, an denen ich mich frage, wohin die Zeit verschwunden ist, da ich einen interessanten Artikel nach dem anderen gelesen habe.

Beide Phasen scheinen mir einem rollierenden Rhythmus zu folgen. Inzwischen entwickelte ich ein ganz gutes Gespür dafür, wann es sich lohnt, in die Tiefe zu gehen, und wann ein grobes “Scannen” ausreicht. Interessanterweise ist der Montag in der Regel schon ein guter Indikator, wie die Woche verlaufen wird. Ich werde das weiter beobachten.

Im Folgenden fokussiere ich mich nun ausschließlich auf den Account @madiko, mit dem ich ja dieses kleine Jubiläum feiere.

Die Balance aus Offenheit und kritischem Blick

Es ist eine Herausforderung, die Menge an Informationen zu verarbeiten. Aktuell folge ich 600 Accounts (aktive, chronologisch sortierte Timeline) und erstellte mir 59 Themen-Listen mit ~ 70 Mitgliedern durchschnittlich. Leider lassen sich diese nicht chronologisch lesen, was sich insbesondere bei 262 Accounts via “Digitale Transformation” und 384 Accounts via “Neue Arbeit” / “New Work” als Nachteil erweist.

Glücklicherweise stellt sich hier mit der Zeit ein “Übungseffekt” im Quer- und Alpha-Lesen ein. Das regelmäßig “Dranbleiben” erleichtert zusätzlich, die Themen zu erfassen und die Puzzelsteinchen nach und nach zusammenzufügen, das eigene Bild zu entwickeln. Ein strickes Halten an Zeitpakete (ich nutze dafür TimeBox) lässt mich rechtzeitig wieder aus dem Informationsstrudel auftauchen. Das Internet durchlesen ist ja eh nicht…

Dabei ist mir wichtig, mir meinen kritischen und neugierigen Blick zu erhalten. Keine triviale Sache. Froh stelle ich hier mit der Zeit einen höheren Grad an Gelassenheit und Unaufgeregtheit an mir fest, der mir gut tut. Es fällt mir inzwischen leichter, der Empörungswelle zu widerstehen, ihr – sofern es mir sinnvoll erscheint – den ein oder anderen optimistischen Wandelmut-Tweet entgegenzusetzen. In mir wächst die Überzeugung, dass ich damit auch die Welt für uns verändere – wenngleich auch nur mit 280 Zeichen.


Im Verlaufe des Tages schaue ich unregelmäßig bei Twitter vorbei. Die Hauptmotivation dabei ist, die Nachrichten abzurufen. Sowohl Direktnachrichten als auch Antworten und kommentierte Retweets sind Teil meiner aktiven Kommunikation mit der Community und Interessenten geworden. Twitter ist als Social Media ein schnelles Medium, was eine hohe Reaktionsfähigkeit ermöglicht – und einfordert. So schwierig, so gut.

20.000 Tweets / Sketchnotes. Bild: cc Franziska Köppe | madiko sketchnotes

Zahlen, Daten, Fakten

… und was mir daran auffällt

Während ich bis zur 10.000er Grenze 9 Tweets pro Tag (285 Tweets pro Monat) twitterte, zwitscherte ich – händisch und ohne Social Bots! – bis zur 20.000er Marke nur noch rund 8 Tweets pro Tag (55 pro Woche / 240 pro Monat).

Das mag darauf zurückzuführen sein, dass ich deutlich seltener (Un)Konferenzen besucht habe. Diese sind ja stets eine Gelegenheit, ein wahres Twitter-Feuerwerk abzusetzen ;-)

Zum anderen hinterfrage ich stärker, was ich retweeten oder originär posten will. Weniger ist mehr. Auch hier gilt es, nicht mit den anderen um Aufmerksamkeit zu heischen und so dazu beizutragen, dass wir alle nicht in der Informationsflut untergehen.

Qualität, nicht Quantität

Aktuell arbeite ich zudem daran, selbst mehr eigenen Inhalt anbieten zu können, statt Mikro-Blogging also echtes Bloggen (wie das hier) und dann Blogperlen teilen. Mal schauen, wie ich dafür wieder einen geeigneten modus operandi finde aus Recherche, Links “merken” (wofür Twitter auch so eine Art Notizbuch für mich geworden ist – inklusive der oben angesprochenen 280-Zeichen-Kommentare) und dann “verbloggen”. Mein aktuelles Vorgehen scheint mir da noch nicht effizient genug zu sein. Es ist zuweilen kompliziert, konsumiert viel zu viel Zeit. Und das sorgt für Hürden.

Das bringt mich darauf: Ich selbst unterscheide auch deutlich zwischen Retweet (RT) und “Gefällt mir”-Herzchen. Während ich Ersterem zu mehr Sichtbarkeit verhelfe (genauso wie eigene Tweets zu veröffentlichen), ist das “Gefällt mir” ein Zeichen meiner Wertschätzung und des Interesses. Oder aber es ist ein “Danke” für Tweets meiner Community und Interessenten, die meine Tweets aufgreifen, weitersenden und inhaltlich darauf eingehen. Wenn ich selbst Tweets kommentiere, pinne ich in der Regel auch noch ein Herz an den Ursprungstweet. So ist nicht verwunderlich, dass ich inzwischen 19.604 Herzchen (gefällt mir) verteilt habe.

Lohn des Gezwitschers

Qualität wird belohnt. Ich habe sehr treue Follwer, wovon ~ 61% “aktive” Tweeties sind. Die Fluktuation berücksichtigt, konnte ich die Zahl meiner Gefolgschaft um 526 erweitern. Das freut mich und ich sage: DANKE!

2015: 1.188 Follower
2019: 1.712 Follower [ +524 ]

So wurden meine Tweets bis zu 2.471 Mal pro Tag angezeigt. Insgesamt – verrät mir Twitter – erreichte ich in den ersten Monaten dieses Jahres durchschnittlich 1.823 Impressions meiner Tweets pro Tag.

Die Interaktionsrate liegt dabei allgemein bei durchschnittlich 1 … 2%. Meine beste Interaktion entstand im April 2019 mit dem Aufruf zum WalkToTalk in Stuttgart, für den ich unter anderem den Social Bot @StuttgartTweets anpingte.

Das lässt sich nur noch im direkten Austausch mit der Community steigern: durchschnittlich 7,6% … 12% Interaktion entstanden in den ersten Monaten, was mich freut.

So verdiente ich mir durchschnittlich pro Tag
~ 5 … 12 “gefällt mir”
~ 3 … 8 Link-Klicks
~ 3 … 5 Retweets
~ 1 … 2 Antworten

Bunte Vielfalt meiner Gefolgschaft

Twitter ist aktuell so angelegt, dass der OpenSpace-Gedanke wirkt “Die Richtigen werden kommen” – sprich diejegen, die sich von Dir und Deinen Themen angelockt fühlen. Auf wen übe ich also Gravitation aus mit den Themen und der Art und Weise, wie ich zwitschere?

Mein kleiner Höhepunkt der Statistik: 54% männlich / 46% weiblich – fast ausgeglichen und damit eventuell tatsächlich ein guter Spiegel der Gesellschaft?

Meine Tweeties sprechen zu 85% Deutsch und 62% Englisch. Überraschenderweise gibt es auch Spanisch- / Französisch- / Niederländisch-sprechende Follower (< 1%) unter ihnen.

Regional gibt es kaum Überraschungen:

82 % Deutschland
4 % Österreich
4 % Schweiz
2 % Vereinigte Staaten
1% Russische Föderation (wie viele Bots und Fake-Accounts wohl darunter sind?)
1% Großbritannien
<1 % Italien
<1 % Spanien
<1 % Frankreich
<1 % Türkei

11% Baden-Württemberg
8% Bayern
8% Nordrhein-Westfalen
4% Hessen
2% Niedersachsen
<1 % Schleswig-Holstein
<1 % Brandenburg

Hinsichtlich der Regionen fällt mir auf, dass die ostdeutschen Bundesländer erschreckend “weiß” geblieben sind. Thüringen? Sachsen? Brandenburg? Mecklenburg-Vorpommern? Immerhin: 6% meiner Follower gaben Berlin als Ort an. 2% aus Hamburg ist wiederum sehr beachtlich – so in Relation zur Gesamtheit. Andererseits liegen dort die “Twitter-Hochburgen” Deutschlands.

Was die weißen Flächen auf der Karte angeht: Ich werde selbst mal auf die Suche gehen und freue mich über Tipps für interessante Tweeties aus Thüringen, Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern. In meinem privaten Account und auch via FAHRRADkultur und EnjoyWork sind mir einzelne Tweeties aus diesen Regionen bekannt. Mir ist auch bewusst, dass dort eher Twitter-Muffel beheimat sind. Dennoch wäre es mir wünschenswert, die Zahl der Follower von “drüben” auszubauen. Und beim 30.000sten Tweet schau ich dann, ob es auch zu mehr Gefolgschaft aus Ostdeutschland geführt hat.

Und was interessiert meine Followerschaft sonst so?
99% Weltraum und Astronomie
99% Hunde? Und was ist mit Katzen?
98% Neues aus der Wissenschaft
98% Technologie
84% Fotografie
80% Computer-Netzwerke

Twitter-Kultur

Eine Frage treibt mich schon seit der Einführung der DSGVO um: Ich mag die Blogbeiträge, die die schönsten Tweets zusammenfassen. Maximilian Buddenbohm nennt sie “Kurz und Klein”. Christian Hanne publiziert allwöchentlich die “Familientweets der Woche”. Von zahlreichen Blogger*innen werden sie als Lieblingstweets des Monats gekürt.

Die Sache hat für mich zwei Haken:

  1. Datenschutz und Datensparsamkeit – binde ich die Tweets ein, können sie zwar nach Herzenslust favorisiert und weiterverbreitet werden, ich erlaube jedoch gleichzeitig Twitter, jede*n Besucher*in meiner Website zu tracken. Mag ich nicht.
  2. Abhängigkeit – zudem bin ich angewiesen auf den Twitter-Dienst, der den entsprechenden Code liefert, um die Tweets einzubinden. Beim Wechsel vom alten REX4 zu REX5, den ich aktuell vollziehe, zeigt sich bereits, dass die alten Twitter-Storys schon nicht mehr funktionieren. Auch blöd.

Von daher nutzt es wohl alles nichts und ich muss akzeptieren, dass dieses Medium ein schnelllebiges ist, das – mehr oder minder – schnell vergisst. Zumal der Aufwand extrem hoch ist, diese Blogbeiträge zusammenzustellen. Chappeau, liebe Blogkolleg*innen für Euer Durchhaltevermögen und die Konstanz, mit der Ihr diese Blogs verfasst!

Denn so entstehen solch wunderbaren Perlen der Netzkultur wie Twitter-Lesungen – womit ich diesen Blogbeitrag für heute beschließen werde:

Die Quintessenz

Und? Was sagt das nun alles über mich und madiko aus? Nun, wohl am ehesten, dass es der Zahlen wegen nicht ist, dass ich mit Leidenschaft twittere. Jede weitere Interpretation überlasse ich Dir, liebe*r Leser*in ;-)

Bleib neugierig,

10.000 Tweets via @madiko

Seit meinem ersten Tweet am 13.12.2012 versendete ich bis heute (20.11.2015) sage und schreibe ZEHNTAUSEND Tweets. Das sind 285 Kurznachrichten pro Monat und immerhin noch durchschnittlich neun Kurzmeldungen pro Tag! Über den Daumen gepeilt trank ich dazu 1.050 Latte macchiato. Der ein oder andere Keks wird auch dabei gewesen sein. Das hab ich lieber nicht so genau ausgerechnet ;-) Ich finde dennoch, ich hab mir jetzt eine Mietzekatze verdient. Oder wie wir Twitterer sagen: #CatContent #galore. 10.000 Tweets sind knapp 1.400.000 wohl dosierte, geschliffene Zeichen. Gerade zu meinen Anfängen…

Weiterlesen

2015-11-20 · Franziska Köppe | madiko

Quellen und Weiterlesen

Hast Du eine Anregung
für Deine Aufgabe oder Frage gefunden?

Bitte teile diesen Artikel und werfe gern eine selbstgewählte Gabe in meinen virtuellen Hut. Auch ein kleiner Betrag macht den Unterschied!

Neugierig was mit Deinem Geld passiert?
Mit der Schwarmfinanzierung (einmalig via PayPal oder monatlich via steady)
wirst Du aktiver Teil der Bewegung und unternehmerischen Kooperative EnjoyWork.

Du unterstützt zudem freien Online-Journalismus und die Moderation der Community. Es ist die Basis für mich, Franziska, Impulsgeber und Vorreiter rund um Lebens- & Arbeitswelten mit Zukunft zu portraitieren, regelmäßig mit Euch, der Community, auf Zukunftsthemen draufrumzudenken und fundiert über unsere Erkenntnisse und Praxiserfahrungen zu berichten.

Was wirst Du als nächstes tun?

Unsere Welt verändert sich schnell. Es gibt nicht nur täglich neue Herausforderungen, sondern zumeist auch zahlreiche Lösungen für ein Problem. Welche ist die Richtige? Wie begegnen wir dieser Komplexität, dem Nicht-Wissen und der Vieldeutigkeit?

Wer Unternehmertum aktiv gestalten will, wird feststellen, dass konventionelle Ansätze, Vorgehensweisen und Maßnahmen der Betriebswirtschaft nicht mehr zeitgemäß und stimmig sind. Vor allem dann nicht, wenn wir uns die Schwarmintelligenz der Firma zunutze machen und unserem Leben und Arbeiten Sinn geben möchten.

Bist Du bereit,
Deine Glaubenssätze zur konventionellen Betriebswirtschaft
zu hinterfragen und neue Wege zu gehen?

Dann buche direkt einen Termin mit mir und / oder werde Teil unserer Bewegung:

Ein erstes Kennenlernen

und miteinander persönlich ins Gespräch kommen
(Gratis, jedoch nicht umsonst)

Dein Anliegen klären

inklusive Ad-hoc-Beratung und Rückenwind für Dein Vorhaben

Teil der Community werden

Die Herausforderungen unserer Zeit bewältigen wir in besserer Qualität und schneller, wenn wir uns zusammentun, voneinander lernen und uns gegenseitig inspirieren.