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To tröt or not to tröt

Meine Reise des Verstehens im Fediverse via Mastodon

veröffentlicht: 07.11.2022 · Franziska Köppe | madiko

· Kapitel 1 ·

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To tröt or not to tröt. Meine Reise des Verstehens im Fediverse via Mastodon

Mastodon –
Zugang zum Fediverse

Lass uns zunächst ein paar Begrifflichkeiten und den Kontext klären:

Das Fediverse: Social Media losgelöst von den Fesseln kommerzieller Interessen

Das Fediverse ist ein »vereinigtes Universum«, in dem föderierte, voneinander unabhängige soziale Netzwerke, Mikro-Blogging-Dienste und Webseiten ein gemeinsames Netzwerk bilden, das die Freiheit, Autonomie und Inhalte der Nutzer in den Vordergrund stellt. Also Social Media für alle.

Als Social Media oder soziale Medien werden allgemein Plattformen bezeichnet, die es Nutzern ermöglichen, sich digital untereinander zu vernetzen und auszutauschen. In einer (geschlossenen) Gemeinschaft oder auch öffentlich zugänglich werden mediale Inhalte wie Text, Bilder, Audio, Video etc. verbreitet/geteilt. […]

Im Kern adressiert Social Media ein Grundbedürfnis des Menschen, sein Wissen, Meinungen und allgemein Informationen mit anderen zu teilen bzw. miteinander zu kommunizieren.

Mike Kuketz

Fediverse – oder auch Fediversum – ist ein Schachtelwort aus “federation” und “universe”. Die Grundidee ist es, Nutzer:innen zu ermöglichen, sich auf einer beliebigen Plattform im Fediverse ein Konto anzulegen. Über diesen Account können sie sich mit anderen Nutzer:innen – über alle Instanzen hinweg – austauschen.

Souveränität und Autonomie
im Fediversum

Um das anbieten zu können, sind die unterschiedlichen, voneinander unabhängigen Instanzen mittels standardisierter Kommunikations-Protokolle miteinander verbunden. Die Inhalte bleiben dezentral verteilt. Im Fediverse sind es ActivityPub (genutzt via Mastodon) sowie DFRN, Diaspora, OStatus und ZOT.1 Das offene Protokoll ActivityPub für soziale Netzwerke wird verwaltet vom World Wide Web Consortium (W3C), dem Standardisierungsgremium fürs WWW. Es bietet eine Client-zu-Server-Schnittstelle zum Erstellen, Hochladen und Löschen von Inhalten sowie eine Server-zu-Server-API für eine dezentrale Kommunikation.

Jeder Server ist Netz-Knotenpunkt. Damit stellen die souveränen Admins der Instanzen ihre Ressourcen der Gemeinschaft zur Verfügung. Unter diesen Servern herrscht Gleichberechtigung. Eine zentrale Instanz gibt es nicht. Alle Instanzen zusammen bilden das Fediverse. Da wiederum jede:r die Möglichkeit hat, sich mittels der quell-offenen Zugangsprogramme eine Instanz mit eigener Hausordnung und Zugangs- bzw. Nutzungsberechtigungen aufzubauen, erhalten alle einen freien Zugang zum Fediverse.

Damit dieser Zugang nicht lediglich Nerds vorbehalten ist, haben es sich verschiedene Akteure aus der Zivilgesellschaft, Social Innovateuren und öffentlichen Trägern zur Aufgabe gemacht, Instanzen für die allgemeine Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen.

[ 1 ] Quelle: Fediverse – Kommunikationsprotokolle und Instanzen (via Wikipedia) [ ergänzt 2022-11-10 ]

Dezentrale, nutzenorientierte Zugänge
zu einem großen Netzwerk

Zu den verschiedenen Diensten im Fediverse gehören neben Mastodon beispielsweise auch Pleroma, Friendica oder Hubzilla (alle drei ebenfalls Micro-Blogging-Communities mit dem Ziel, sich in Gruppen zu vernetzen). Darüber hinaus gibt es PeerTube (Video), Funkwhale (Audio), Pixelfed (Fotos) oder auch Mobilizon (Veranstaltungen finden und organisieren).

Hier wird für mich am stärksten der Unterschied zu den kommerziellen Plattformen der US-amerikanischen Tech-Konzerne Twitter, LinkedIn, YouTube, Meta usw. oder auch TikTok, das in chinesischer Hand liegt, deutlich: Wo ich mir in geschlossenen Social Media überall einen Account anlegen muss, um mit anderen auf der jeweiligen Plattformen interagieren zu können, reicht im Fediverse ein Konto.

Gleichwohl ist wichtig zu verstehen: Mastodon ist eine Möglichkeit, sich mit dem Fediverse zu verbinden. Und auch hier gibt es eine Vielzahl an Applikationen und Progrämmchen, die alle auf dem quelloffenen Code für Mastodon basieren.

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