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To tröt or not to tröt

Meine Reise des Verstehens im Fediverse via Mastodon

veröffentlicht: 08.11.2022 · Franziska Köppe | madiko

· Kapitel 5 ·

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To tröt or not to tröt. Meine Reise des Verstehens im Fediverse via Mastodon

Mir nach! Ich folge!

Wenn ich selbst also zusammen mit Scharen anderer Tweeties übers Fediverse hereinschwappe, so sollten wir uns bewusst in Erinnerung rufen: Wir ziehen nicht gemeinsam nur in einen anderen Club weiter, weil der DJ gewechselt hat. Wir betreten hier ein neues Universum mit seinen eigenen Regeln und seinen spezifischen Strukturen und Prozessen. Wir sind die Neuen hier und etwas demütige Zurückhaltung statt Poltern im Porzellanladen gebieten der Anstand. Nur weil sich das Haus für uns neu anfühlt, ist es für die, die vor uns hier waren, nicht auch.

Zudem hoffe ich, dass diese ständigen Vergleiche zwischen Vögelchen und Mammutidae in den nächsten Wochen wieder abebben werden.

Die Organisationsintelligenz im Fediverse

Ein Netzwerk – Personen wie auch Wissen – entsteht via Mastodon im Fediverse nur durch persönliche Kontakte und direkte Kommunikation.1 So gesehen finde ich das gut. Es ist Ausdruck von Organisationsintelligenz – wie es Dagmar Woyde-Koehler von new&able vermutlich ausdrücken würde.

Gleichwohl macht dieses Grundprinzip extrem schwierig, sich thematisch leiten zu lassen und Inhalten zu folgen. Alles ist personen-zentriert. Und wieder frage ich mich: Wie den Überblick behalten und Zeit sinnvoll investieren? Ist auf diese Weise nicht alles auf Emergenz und Zufall ausgerichtet? Vermutlich gehe ich zu planvoll und strategisch vor. Vielleicht muss ich mich stärker einlassen und vertrauen, auf das, was entsteht.

[ 1 ] Wie das genau funktioniert beschreibe ich nebenan. Bitte hier entlang:
“Fediverse Organisationsintelligenz via Mastodon” (inkl. Sketchnotes).

Fediverse: Organisationsintelligenz via Mastodon <br>(Sketchnotes KommunikationsDesign & Info-Fluss). Bild: cc Franziska Köppe | madiko

Fediverse: Organisationsintelligenz via Mastodon
(Sketchnotes KommunikationsDesign & Info-Fluss)
[ 2022-11-08 Franziska Köppe | madiko ]

(Wieder)Aufbau meines Netzwerks

Ich strebe danach, mich mit Menschen zu umgeben, die den großen Herausforderungen unserer Zeit offen und (selbst)kritisch ins Gesicht schauen. Menschen, die dabei ihre konstruktive, optimistisch-anpackende Lust am Gestalten nicht verlieren. Es ist eine Bereicherung, mit diesen Menschen in Kontakt zu sein.

Mein Bestreben zielt demnach nicht auf Wachstum und Größe für meine Accounts. Mein Fokus liegt auf der gesellschaftlichen Transformation, und dass es dafür Inspiration, Information und den zwischenmenschlichen Wissens- und Erfahrungsaustausch braucht. Es geht mir also nicht um Jagen und Sammeln von Followern. Es geht mir darum, eine Community von Gleichgesinnten zu formen, die kluge, aufgeklärte Entscheidungen treffen und diese eigenverantwortlich in die Praxis umsetzen wollen.

Eine Bewegung und Gemeinschaft wächst aus sich selbst heraus am gesündesten. Worauf es eher für mich ankommt, ist die Antwort auf die Frage: Willst Du eine zukunftsrobuste Wirtschaft und Gesellschaft innerhalb planetarer Grenzen auf einem sozialen Fundament für alle gestalten? Bist Du bereit, dich auf den Prozess und das Kooperativ-Kollaborative einzulassen? Das ist die Energie, die ich in meiner Community spüren möchte – auch im Fediverse.

Lösungsorientiert, reich an Perspektiven,
wirksam und nachhaltig

Hochs und Tiefs sind normal. Die Masse an Untergangsstimmung, die über mich in Social Media derzeit hereinbricht, ertrage ich einfach nicht mehr. Wo stehe ich also und woran orientiere ich mich beim Auswählen der Accounts, denen ich folge?

Einen Großteil der Zeit, die ich via Mastodon aufbrachte, ist dem (Wieder)Aufbau des Netzwerks im Fediverse geschuldet. Es ist nervig. Zumal ich sehr viel Mühe in meine Listen via Twitter investier(t)e. Momentan bin ich an dem Punkt angelangt, dass ich keine Energie mehr habe, lange zu suchen oder neue (alte) Kontakte aufzuspüren. Nach meinem ersten Monat bin ich müde und werde nun erst einmal eine Pause einlegen.

Das erscheint mir auch legitim. Jetzt nach einem Monat habe ich einen Status erreicht, bei dem ich mich entspannt hinsetzen und die Dinge auf mich zukommen lassen kann. Ich werde – wie übrigens in allen Netzwerken zurzeit – auf Kontakte reagieren und keine neuen suchen. Ob ich die Kontakte annehme und zurück-folge, hängt von all den oben genannten Punkten ab. Dabei lasse ich mich vorwiegend von meinem Social Impact für EnjoyWork leiten. Und davon, mehr Licht und Sonne in meine Startseite zu bringen. Für Aufmunterung sorgen. Und auch hier gilt: Weniger ist mehr. Die ganze Informationsflut muss ja auch irgendwie verarbeitet werden. Sonst ist sie nur ein schlecht eingestellter Radiosender mit Rauschen.

Accounts mit Cross-Postings
haben Social Media nicht verstanden

Ganz besonders schlimm sind übrigens Accounts, die versuchen über automatisiertes Duplizieren von Meldungen auf mehreren Social Media gleichzeitig präsent zu sein. Bitte macht es nicht. Das war vor zehn Jahren schon nicht cool und ist es heute erst recht nicht. Soziale Medien sind Ausdruck von Interaktionen und nicht von 1:n-Monologen.

Schnittmengen Twitter – Mastodon finden

Zumindest bis Jahresende werde ich in unregelmäßigen Abständen nachschauen, ob es neue Schnittmengen zwischen meinen Tweeties und Fedinaut:innen gibt. Debirdify eignet sich dafür ganz gut und wird derzeit mit sehr viel Engagement von Manuel Eberl (aka pruvisto) weiterentwickelt. Alternativ gibt es noch Fedifinder und Twitodon.

Mehr dazu gleich auch noch einmal im nächsten Kapitel (6): Was wird aus Twitter?

Bitte verlinkt Eure Profile
auf Euren Internetseiten

Ungeachtet dessen hoffe ich, dass es mehr Menschen wieder zur Angewohnheit wird, ihre (aktuellen) Social Media-Accounts auf ihren Websites zu verlinken. Dieses ständige Hinterher-Recherchieren nervt mich zusehends. Es sind so extreme Zeitfresser. Das könnten wir uns alle leichter machen.

Listen von Listen,
Gruppen & Social Bots

Interessant finde ich noch die von Hendrik Erz angelegte Liste der Liste von Wissenschaftler:innen im Fediverse: Academics on Mastodon. Da werde ich zu einem späteren Zeitpunkt sicher mal reinschauen. Momentan ist da ohnehin zu viel in Bewegung und auch das ein oder andere Chaos.

Zudem gibt es – wie oben schon erwähnt – Gruppen (Friendica) und Booster-Bots. Technisch funktioniert das so: Sobald sie erwähnt werden, boosten sie den entsprechenden Beitrag. Gruppen werden moderiert. Social Bots zumeist nicht (oder nur mittels ergänzender Algorithmen, die beispielsweise nach Stichworten aussortieren oder SPAMMer blocken). Da habe ich jedoch leider gleich zu Beginn im Fediverse schlechte Erfahrungen gemacht und kann das hier nicht empfehlen. Das hole ich gern nach, wenn ich etwas Konstruktives zu berichten habe.

Ähnlich geht es mir bei Listen, deren kuratierten Accounts man in einem Klick folgen kann. Doch für alle, die nicht wissen, wie sie einen Anfang finden, ist das vielleicht ein guter Einstieg. Um Gleichgesinnte zu entdecken, gibt es beispielsweise TRUNK. Auf freiwilliger Basis können sich englischsprachige Fedinaut:innen in diese themen-spezifischen Listen eintragen. Ob es etwas Vergleichbares für Deutsch und andere Sprachen gibt, habe ich noch nicht entdeckt. Ich könnte mir jedoch gut vorstellen, dass es das gibt. Oder eine:r Programmierer die Idee aufgreift und etwas fürs Fediversum baut.

Ich freue mich über sachdienliche Hinweise. Danke!

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