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To tröt or not to tröt

Meine Reise des Verstehens im Fediverse via Mastodon

veröffentlicht: 08.11.2022 · Franziska Köppe | madiko

· Kapitel 7 ·

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To tröt or not to tröt. Meine Reise des Verstehens im Fediverse via Mastodon

Wie viel Social Media
braucht EnjoyWork?

Wir haben aber auch die Chance, noch einen weiteren Schritt zurückzutreten. Die Frage ist: Wie viel Social Media brauchen Bewegungen und Kooperativen wie EnjoyWork? Woran lässt sich das bemessen? Was sind dabei meine eigenen Grundbedürfnisse?

Je klarer die Antworten ausfallen, desto effektiver werde ich meine Zeit investieren können. Mir ist bewusst, dass ich jetzt zu Beginn des Aufbaus der Community im Fediverse mehr Zeit investieren muss(te). Ich hoffe, diese Anfangsphase nun überwunden zu haben. Nun kommt also Phase zwei, in der ich aktiv gestalte und die Zukunft von EnjoyWork (und mir) im Fediverse anlege.

Die Sehnsucht nach Zugehörigkeit

necke hat das kürzlich wunderbar zum Ausdruck gebracht:

Mastadon fühlt sich gerade an wie der erste Tag an der Uni. Alle suchen verzweifelt ihren Raum und Anschluss an eine soziale Gruppe, um nicht alleine dazustehen. Am Ende befreundet man sich einfach mit dem Sitznachbarn aus der ersten Stunde… #neuhier

Quelle: necke via Mastodon [ 2022-10-28, abgerufen am 2022-11-07 ]

Ich bin seit zehn Jahren in Social Media aktiv. XING (bzw. Open Business Club für die älteren Semester) zählt nicht. Selbst die Gruppen, die uns vorgaukelten “Foren” zu sein, waren nie ein Social Media, das auf zwischenmenschlichen Kontakt und Interaktion ausgelegt war. Die neuesten Änderungen versetzten der Plattform nun den Todesstoß und XING kann nicht einmal mehr als “sich selbst pflegendes Adressbuch” oder “B2B-Suchmaschine” dienen. Accounts sind hoffnungslos veraltet. Es findet keinerlei Austausch mehr statt. Es sind nur noch vereinzelt Verzweifelte unterwegs.

Seit zehn Jahren also gestalte ich Social Media aktiv mit. Twitter war dabei mein liebstes Medium. Nach so langer Zeit schleifen sich Verhaltensmuster ein. Wir sind nicht frei von Betriebsblindheit. Insofern ist es hervorragend, dass uns die aktuelle Situation und die Veränderungen auf der Plattform aufwecken aus unserem Alltagstrott.

Jetzt ist die ideale Gelegenheit zu hinterfragen, wie viel Zeit ich in Social Media investieren möchte und wie. Gibt es bessere Wege der zwischen-menschlichen Kommunikation mit meiner Community? Gibt es bessere Alternativen, das Gefühl der Einsamkeit zu überwinden und mich zugehörig zu fühlen?

Wir können nur aus der Stille
und inneren Ruhe entscheiden

Nehme ich Social Media wichtiger, als sie wirklich sind? Könnte ich mit einem Verschieben der Prioritäten vielleicht sogar meinen Social Impact für EnjoyWork erhöhen? Ist möglicherweise jetzt sogar die beste Zeit für ein tazet?

Wie gehe ich dann mit meiner Einsamkeit hier im Solo-Büro um? Kann ich etwas verändern, das mir möglicherweise sogar wohler tut?

Zuweilen denke ich hinsichtlich Social Media: Die Lösung ist das Problem. Es fällt mir nicht leicht, das zu schreiben. Eine leise Stimme in mir drin stimmt mir jedoch zu und macht mir Mut, diese Erkenntnis näher an mich heranzulassen. Ich lasse das mal wirken.

Dass ich dieses Jahr schon mehrere Phasen der Social Media Abstinenz erprobte, hilft mir dabei. Die positiven Erfahrungen machen mir Mut. Ich besinne mich, wie gut es sich anfühlt, nicht ständig mit Informationen geflutet zu sein. Ich genieße es, wieder regelmäßiger zu bloggen und das von mir Erfahrene und Gelernte zu teilen.

Das alles ging im Rausch von Social Media die letzten Jahre verloren.

Und noch einmal: Die Accounts, die hauptsächlich eigenen Inhalt (als Teaser mit vertiefendem Link zum Blog / zur Website / zum Podcast / zum Film) anbieten, sind mir selbst ja die liebsten. Wäre das nicht schön, wenn ich auch zu so einem inspirierenden Account im Fediverse werden könnte?

Web-Feeds und Newsletter
als wichtige Instrumente

Eines wird mir dabei noch klarer: Web-Feeds (RSS, ATOM usw) und mehr noch Newsletter werden in der zwischenmenschlichen Kommunikation wieder an Bedeutung gewinnen. Mithin also das Aufbauen von eigenen Kommunikationswegen. Kommunikation, die statt auf Masse auf Klasse (also Gesprächsqualität) ausgelegt ist.

Das spannende wird sein, ob und wie wir damit die kritische Masse erreichen, um unser Ein- und Auskommen zu erwirtschaften. Twitter war bei mir stets auch einer der Orte, der meine Community auf meinen Blog führte. Dazu fand ich im Übrigen die Gedanken von Mela Eckenfels von heute interessant: Was Elon Musks Twitterübernahme für unabhängig Schaffende bedeutet (abgerufen 2022-11-06).

Dazu dann ein anderes Mal mehr. Bitte komm noch einmal mit rüber auf die Startseite für einen letzten Absacker:

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