Aus der Werkstatt

Wochenrückblick KW48 ... KW52 / 2022

veröffentlicht: 30.12.2022 · Franziska Köppe | madiko

Zeichnung eines Bunsenbrenners mit Kolben an einem Stativ, Reagenzglas mit Setzling und ein Prisma als Symbole für eine wissenschaftliche Werkstatt / Wissensarbeiter:innen. Dazu der Titel Aus der Werkstatt 2022.

Die Themen der Wochen: Server-Umzug abgeschlossen. Strategisches Marketing & Technologie-Ethik und meine Antwort auf die Frage, warum wir für kluge unternehmerische Entscheidungen reflektieren sollten, um ins erfolgreiche Handeln zu kommen. Energie-Versorgung & Nachhaltigkeit – Erleichterung und zukünftige Herausforderungen. Die psychischen Grundbedürfnisse und Handlungskompetenzen des Menschen in Verbindung mit Sinnkopplung in der unternehmerischen Praxis.

Aus der Werkstatt 2022
[ 2022-01-01 Franziska Köppe | madiko ]

Das Jahr neigt sich dem Ende zu. Ich genoss entspannte Feiertage. Bevor ich mich an den Jahresrückblick als Gesamtschau setze, gibt es vier Themen, denen ich in einem Werkstattbericht Raum geben möchte. Daher ohne große Vorrede direkt rein in die Werkstatt. Wohlan!

Server-Umzug abgeschlossen

Es ist vollbracht! Die letzten Wochen vor Weihnachten waren ein enormer Kraftakt. Stunden um Stunden verbrachte ich damit, den beschlossenen Server-Umzug umzusetzen (verkündet hatte ich das Vorhaben in meinem Bericht aus der Werkstatt KW47).

Domain-Transfer

Zum Einen galt es, die gewählten Domains umzuziehen. Ich war rigoros und trennte mich von den meisten. Das fiel mir nicht so leicht – ich komme unten darauf zurück. Ferner entschied ich mich, das neue Portal für die Initiative “EnjoyWork” zukünftig unter neuer Flagge weiterzuführen – dazu zu gegebener Zeit mehr. Zwei neue Domains kamen also hinzu. Insgesamt gelang es mir, die Domain-Kosten zu halbieren. Damit bin ich hoch zufrieden. So schwer mir der Veränderungsprozess fiel, nun fühlt es sich gut an. Ich fand innere Ruhe und für die Zukunft eine robuste Entscheidungsgrundlage.

Mit dem Umzug auf die neuen Server war das (Re-)Aufsetzen meiner REDAXO-Instanzen und Einspielen von Datenbanken samt Daten verbunden. Ich hatte die beruhigende Gewissheit im Rücken, dass wenn irgendetwas daran schief geht, das Team von GN2 einspringen würde. Der Wechsel von madiko klappte ohne Probleme und Zwischenfälle. Es gibt nur eine Sache bei meinem News-AddOn, die noch nicht wieder fehlerfrei läuft. Daher steht mein Web-Feed momentan nicht zur Verfügung. Da werde ich mich in den nächsten Tagen dransetzen und in Ruhe schauen (müssen), welcher Code-Snippet beim Transfer verloren gegangen ist. Der Umzug des Portals der Kooperative hakte deutlich stärker. Nach 2 missglückten Versuchen gelang es mir dann aber doch. Ich konnte mir also das Honorar in Form eines festlichen Weihnachtsessens selbst auszahlen. Sehr schön!

Interner Daten-Transfer via Secure File Transfer Protocol (SFTP / SSH)

Zudem konnte ich Neues lernen: Ich stellte meine internen Daten-Transfers auf Secure File Transfer Protocol (SFTP / SSH) um. Ein Wunsch an meine IT-Infrastruktur, den ich lange hegte. Es ist im Grunde nix Weltbewegendes, doch hieß es, mich einlesen, die Technik verstehen, Entscheidungen treffen und umsetzen. Alles nicht meine Kernkompetenz und ich muss mich zuweilen erinnern, dass ich hier die Rolle der System-Administratorin ausübe und im Grunde ja eigentlich ein kreativer Kopf bin, die Firmen in Transformationsprozessen begleitet. Nun ist’s vollzogen und ich konnte ein wichtiges Kärtchen auf meinem KANBAN in die Spalte “erledigt” ziehen.

Neue Strategie und Logik
für E-Mail-Struktur

Zweiter, enorm großer Batzen Arbeit war das Hinterfragen und Justieren meiner E-Mail-Adress-Strategie. Aus Gründen der IT-Sicherheit nutze ich für sämtliche Online-Portale, auf denen ich ein Profil registrierte, eine dedizierte Adresse plus ein spezifisches, per Zufall generiertes Passwort. Wird einer dieser Accounts gehackt oder kompromittiert, bleibt alles Weitere intakt und sicher.

Für meinen Server-Umzug bedeutete das: sämtliche Adressen auf ihre Aktualität prüfen, abwägen, ob ich sie noch benötige und ggf. neu anlegen. Ich nutzte die Chance, alles komplett zu hinterfragen. Also löste ich zahlreiche Accounts auf – was datenschutz-konform von den wenigsten Portalen einfach gemacht wird. Ich kann nur raten, das regelmäßig zu tun. Es ist andernfalls ein enormer Zeitfresser.

Zum anderen nutzte ich die Chance, meiner IT-Infrastruktur eine überarbeitete Logik zu geben. Auf die Idee kam ich durch einen Tipp von Rüdiger Nietzsche, dem Chef meines neuen Hosting-Anbieters. Er riet mir, statt “Forwarder” für E-Mails anzulegen, Haupt-Adressen einzurichten und ihnen “Alias”-Adressen zuzuordnen. Ich machte mich schlau und stellte fest, dass das über Mozilla Thunderbird leicht zu implementieren ist. Ich gewinne sogar den Vorteil, dass ich nun E-Mails von diesen Adressen aus verfassen kann – ohne für jede einzelne ein Konto einzurichten. Was in Thunderbird bei so vielen E-Mail-Konten, wie ich sie habe, schnell unübersichtlich werden kann. Vom gesparten Speicherplatz ganz abgesehen.

Meine E-Mail-Infrastruktur hat nun folgende Logik:

  • Verwaltung (Finanzen, Steuern, Lieferkette, Logistik, Ressourcen, Datenschutz usw.)
  • IT-Administration (Software, Hardware, unternehmensnahe Online-Dienstleistungen)
  • “Im Auftrag” / Handel (Abwicklung von Partner und Kunden-Projekten, E-Commerce)
  • Netzwerk (Plattform-Kooperativen, Mitgliedschaften, persönliches Netzwerk usw.)
  • Redaktion (Social Media und Firmen-Einträge, Flurfunk, Presse- & Öffentlichkeitsarbeit)
  • “Info-Dezentrale” (Veranstaltungen – inkl. Orga, Beratung / Coaching für mich, Bildung inkl. Akademien und Unis, abonnierte Newsletter und Magazine)

Aufräumen und Datenmüll entsorgen

In der vergangenen Dekade meiner Selbständigkeit sammelte sich enorm viel Datenmüll und Kruscht an. Um zu sortieren, legte ich mir eine Liste an. Ich erfasste zunächst den aktuellen Stand all meiner Accounts. Ich kam insgesamt auf sage und schreibe 303 Adressen. WTF! Entschuldigung. Nach meiner Aufräumaktion sind es noch 265. Ich konnte also 12 % davon eliminieren. Immerhin. Alles Weitere wird sich zeigen. Meine Entscheidungsgrundlage jedenfalls erscheint mir zukunftsrobust und hilfreich. Mal schauen, wie sie sich im Alltagsgeschäft bewährt.

Via Thunderbird legte ich die neuen E-Mail-Konten nun als IMAP (formals POP3) an. Damit habe ich eine externe Sicherung und brauche mir hier im Büro nicht mehr den Kopf um Datensicherungen usw. machen. Ich bin froh um die Entlastung und kann den nötigen Speicherbedarf reduzieren bzw. für die Projekt-Arbeit freigeben.

Ich gehöre zu den “Ordner”-Typen was meine E-Mails anbelangt. Es soll ja Menschen geben, denen der “Posteingang” genügt und die ihre Kompetenz im Suchen und Filtern verfeinern. Mich stresst das. Sehr sogar. Ich mag leere Posteingänge und das Gefühl, nichts übersehen zu haben. Um mir diese Arbeit zu erleichtern, nutze ich die automatischen Filter-Möglichkeiten. So habe ich eine Vorsortierung und kann E-Mails nach Themen selektiert und somit nach selbstgewählter Priorität abarbeiten. Ein Hoch auf Digitalisierung und Automatisierung!

Mit dem Server-Transfer und dem Umstellen auf IMAP bin ich leider gezwungen, alle Filter neu einzurichten. Über die zusätzliche Arbeit könnte ich mich ärgern. Ich habe beschlossen, es stattdessen als Chance zu sehen, sämtliche eingehenden Mails zu prüfen und das Ausmisten fortzusetzen. So kommen olle Newsletter-Abos zum Vorschein, die mir in Vergessenheit geraten sind oder die mir ungefragt zugesendet werden. Gerade über die Weihnachtszeit flattern zahlreiche Weihnachtsgrüße ins Haus – willkommene Gelegenheit, radikale Entscheidungen zu treffen und die Vermüllung meiner Festplatten durch Dritte an der Wurzel zu packen. Es ist unglaublich, wie viel unaufgeforderte Werbung mir zugesandt wird. Da landet einiges auf der Black-List und in der SPAM/JUNK-Box, die nun ja leider ebenfalls neu trainiert werden muss.

Parallel zum Eingang bin ich kräftig am Ausmisten gesammelter Werke im Archiv. Alte E-Mails zu löschen gehört zwar von jeher in meine “Jahresend-Routine”, doch so gründlich habe ich das die letzten fünfzehn Jahre (räusper) nicht betrieben. Zehntausende E-Mails lösche ich. Das ist keine Übertreibung. Vor allem mein Newsletter-Archiv, das ich als Inspirationsquelle und für Recherchen nutze, miste ich rigoros aus.

Was bleibt: Ein schönes Gefühl aus Erleichterung und Klarheit. Der Lohn für die viele Arbeit, die mit dem Server-Umzug verbunden ist.

Strategisches Marketing & Technologie-Ethik – ein Neubeginn

Schon im letzten Bericht aus der Werkstatt hatte ich laut über Online-Markenschutz und die Konsequenzen fürs Domain-Management und Web-Hosting nachgedacht. Mir ging das nach. Vor allem wollte ich tiefer in mein unbewusstes Fachwissen und meine erlernten Methoden vordringen. Ich rief mir ins Bewusstsein, worauf sich meine Grundannahmen gründen. Diesem Erkenntnis-Prozess folgte ich bis zurück in meine Studienzeit:

Zum Wintersemester 1993 stieg ich ins BWL-Studium ein. Mich interessierte daran insbesondere, wie ich andere Menschen für eine gemeinsame Sache begeistere – sie als Mitgestalter:innen und/oder Konsumenten / Prosumenten gewinne. Meinen Studien-Schwerpunkt legte ich demnach auf Organisationsentwicklung und auf strategisches Marketing.

Ich lernte, dass es zwei Hauptstrategien im Umgang mit meinem Interessenfeld gab: Die Preisführerschaft für den Massenmarkt und die Technologie- / Qualitätsführerschaft in der Nische. Es gibt natürlich Graubereiche. Doch letztlich läuft es auf diese zwei Ansätze hinaus. Jeder Versuch, “beides” miteinander zu vereinen, wird über kurz oder lang in der Praxis scheitern.

Preis- versus Technologie-Führerschaft

Preisführer:innen stehen ständig unter Kosten- und Zeitdruck. Qualität spielt eine untergeordnete Rolle. Die Konkurrenz im Markt ist groß. Um den Profit zu maximieren, führt dieser unternehmerische Ansatz zwangsläufig dazu, Mensch und Natur auszubeuten. Daran lässt sich nichts beschönigen.

Gegen die Strategie der Preisführerschaft entwickelte ich sehr früh eine tiefe Abneigung. Ich wuchs auf in einem von Subsistenz-Wirtschaft geprägten Dorf in Thüringen. Dort lernte ich von der Pike auf, Probleme zu erkennen, eigenverantwortlich Lösungen zu entwickeln und diese mit vereinten Kräften umzusetzen. Es ist daher wenig verwunderlich, dass mir die Technologie-/Qualitätsführerschaft mehr liegt.

Technologieführerschaft erfordert Mitarbeitende, die mitdenken und mitgestalten. Ich beschäftigte mich also mit partizipativen Führungsmodellen und interaktiven Geschäftspraktiken, mit Kooperation und Kollaboration – sowohl innerhalb der Firma als auch über die Unternehmensgrenzen hinweg. Thema meiner Diplomarbeit war die “Organisationskultur von Kooperationen”. Ich vertiefte mich in Innovation und Kommunikationsstrategien für erklärungsbedürftige Produkte und Dienstleistungen. Zu meinen Überzeugungen und praktischen Erfahrungen kam die fachliche Basis. Auch wenn ich vieles am BWL-Studium (heute wie gestern) kritisch beurteile, mir dieses grundlegende Wissen angeeignet zu haben, war richtig und hilfreich für meine Arbeit. Eine wichtige Erkenntnis aus Studien-Zeiten kam mir in meiner aktuellen Frage wieder in den Sinn:

Die größte Sorge eines Technologie-/Qualitätsführers ist es, kopiert zu werden. Und dass diese Kopien dann vom Mitbewerb billiger angeboten werden, als man selbst kostendeckend produzieren kann. Aus Angst, ihren komparativen Konkurrenz-Vorteil zu verlieren bevor sie die Gewinne aus ihrer Pionierarbeit einstreichen können, neigen Technologieführer dazu, ihr Wissen und ihre Entwicklungen zu schützen: mit Patenten, mit Verschwiegenheit und mit starken Marken. Sie bauen mit ihren Maßnahmen Barrieren auf – sowohl für Mitbewerber, die ihr Hab und Gut streitig machen zu drohen, als auch für ihre Abnehmer, die sie möglichst eng ans Unternehmen binden wollen.

Unternehmer:innen in diesem Metier sind herausgefordert, viele kognitive Dissonanzen und widerstreitende Bedürfnisse in Einklang zu bringen. Genau das fasziniert mich jedoch auch daran. Denn dieses konventionelle Vorgehen steht uns beim Klimaschutz und zahlreichen anderen aktuellen Problemen deutlich im Weg.

Starke Marken und Vertrauen
– keine Angst vor der Kopie

Denn diese Herangehensweise ist reinste (BWL-)Theorie. Mit meiner jahrzehntelangen Praxis erkannte ich, dass Vertrauen in Unternehmen und die Leistungen ihrer Mitarbeitenden nicht kopierbar ist. Sie bleiben einzigartig. Die Angst vor der Kopie ist schon aufgrund unserer Menschlichkeit (so sie ins Unternehmen einfließt) unbegründet. Menschen kaufen von Menschen – insbesondere, wenn es um erklärungsbedürftige, wissensbasierte Produkte und Dienstleistungen geht. Das lässt sich auch vom billigsten Billigheimer nicht konterkarieren.

Es ist wie mit einem leckeren Essen – auch das fängt mit guten, qualitativ hochwertigen Zutaten an. Und es ist die Kunst der Köchin, die Zutaten so zu nutzen und zu kombinieren, dass etwas Schmackhaftes, Nährendes wie Appetitliches auf den Tisch kommt. Dass das Essen ohne schlechtes Gewissen genossen werden kann. Wer genau dies an gutem Essen schätzt, wird bereit sein, den aufgerufenen, fairen Preis dafür zu bezahlen. Was wiederum die Basis für eine gesunde Ernährung und damit ein gesundes Leben ist. Das gilt gleichermaßen für zirkuläres Wertschöpfen.

Ich erkannte ferner, dass es viele Unternehmer:innen vor allem im Mittelstand und Klein(st)-Betrieben gibt, die ihre Geschäftsmodelle nicht auf Profit-Maximierung aufbauen. Ihnen sind zuverlässige Geschäftspartnerschaften zu Gleichgesinnten und Expert:innen in ihrem Fachgebiet wichtig. Sie wollen den Nutzer:innen ihrer Produkte und Dienste Leistungen anbieten, die auf ihre Situation zugeschneidert sind und Mehrwert stiften. Ihnen geht es um zukunftsrobuste, innovative Partnerschaften – mit Lieferanten und Kunden. Ihnen geht es um Partnerschaft(en) auf Augenhöhe, die in Krisen resilient sind. Sie vergessen dabei nie, welchen Einfluss ihre Entscheidungen auf die Gesellschaft haben.

Zentrale Elemente dieser Geschäftsbeziehungen sind Geben und Nehmen – das viel geprisene Win-Win(-Win). Den Beteiligten am Tausch-Prozess geht es um unternehmerische Verantwortung – Mitarbeitenden, Geschäftspartner:innen, Gesellschaft und Natur gegenüber. Sie schließen Bündnisse, die nachhaltig sind. Nachhaltig im engsten Wortsinne: ökonomisch, ökologisch, sozial. Mithin ist die Angst, kopiert zu werden, ebenfalls aus dieser Perspektive betrachtet unbegründet. Es sind die zwischenmenschlichen Beziehungen, das Ineinandergreifen ihrer fachlichen, methodischen, sozialen und persönlichen Handlungskompetenzen verbunden mit Sinnkopplung, die die zumeist langjährigen Partnerschaften tragen.

Es sind Grundprinzipien, die uns aktuell deutlich vor Augen gesetzt werden. Die Pandemie und ihre Nachwirkungen offenbaren, dass der Billig-Import von Halbwaren aus Asien das eigene Geschäftsmodell drastisch ins Wanken geraten lässt. Wir leben in Zeiten (und das wird sich in meiner Voraussicht auch nicht wieder ändern), in denen vor allem wertschätzende, gewachsene und sichere Geschäftsbeziehungen den Widrigkeiten trotzen können. Es sind Partnerschaften, die auf Informationsfreiheit, Wahl- und Entscheidungsfreiheit (wie auf zirkuläre Wertschöpfung) setzen. Denn das ist die Basis für Souveränität und Resonanz – was wiederum Grundvoraussetzungen für erfolgreiche Geschäfte sind. Ich hoffe sehr, dass mehr Unternehmen zu diesen Tugenden eines ehrbaren Kaufmanns zurückkehren und aus dieser Erfahrung lernen.

Kluge unternehmerische Entscheidungen
brauchen Reflexion fürs Umsetzen

Lass mich nun den Kreis meiner Gedanken schließen, denn ich möchte noch auf etwas anderes hinaus. Wie stark ich die Grundprinzipien für das Aufbauen von Marktbarrieren gegen Piraterie und Kopien verinnerlicht hatte, wurde mir im Zuge meines Server-Umzugs bewusst.

Es war wichtig, mir zu vergegenwärtigen, woher meine Sorge und die unbestimmten Ängste kamen, als ich mich vor die Herausforderung gestellt sah, mein Domain-Management zu hinterfragen. Es war ebenfalls unverzichtbar, dann noch ein Stück weiter im Erkenntnisprozess zu gehen und die aufgedeckten Grundannahmen an der Realität zu überprüfen. Mir die Zeit zu nehmen, tiefer in meinen Gedanken, Bedürfnissen und Maximen zu kramen, hat mir geholfen, eine sinnvolle, zukunftsrobuste Lösung zu entwickeln.

Was für mich als Freiberuflerin gilt, hat seine Gültigkeit erst Recht in Gruppen. Nur wenn wir uns gegenseitig unsere Motive, Leitgedanken und Bedürfnisse offenlegen, können wir Schwarmintelligenz nutzen. Nur dann kommen wir von der Entscheidung ins eigenverantwortliche Handeln. Weil uns nur dann Entscheidungen Sinn, Nutzen und Wert(e) stiften. Und wir wissen alle: Erst, was uns Sinn gibt, kann den Social Impact erreichen, auf dem unternehmerischer wie persönlichen Erfolg und Arbeitsfreude fußt.

Energie-Versorgung

Meine Jahresabrechnung für die Energie-Versorgung ist da. Ich hatte Glück im Unglück. Dennoch ist mein neuer Energie-Abschlag ein riesiger Sprung nach oben:

Bio-Gas: 55 auf 107 EUR
Öko-Strom: 45 auf 71 EUR
——————————————————————-
Summe von 100 auf 178 EUR

Für 2022 erhalte ich eine Gutschrift i.H.v. 159,29 EUR. Das ist wohl hauptsächlich der Soforthilfe für Gas- und Fernwärme-Kund:innen der Bundesregierung zu verdanken.

Ich stehe weiterhin auf der Interessent:innen/Anwärter:innen-Liste des EWS, um meinen Bio-Gas-Anteil auf 100% zu erhöhen. Die bürgereigene Genossenschaft, zu der ich mich glücklicherweise schätzen kann, arbeitet fleißig am Ausbau. Da das ohne Auswirkungen auf Landnutzung und andere negative Wechselwirkungen im Social Impact vonstattengehen soll, ist unsere Geduld gefragt. Ich bin zuversichtlich, dass es gelingen wird – und freue mich umso mehr, sobald es für mich so weit sein wird.

An Energie-Einsparung gelang mir dieses Jahr übrigens noch einmal um die 3%. Weiter Optimieren wird schwierig. Ich bin jetzt wohl am Limit.

Es gäbe viel zu schreiben zur allgemeinen Lage. Da halte ich mich zurück. Vielleicht nur einer der Aspekte, der mich in Bezug auf meine Abrechnung am stärksten wurmt. Am ärgerlichsten finde ich nämlich die Preisbindung der Energie-Ressourcen untereinander. Indem ferner nicht zwischen erneuerbaren und fossilen Energie-Quellen unterschieden wird, fehlt der Energie-Politik ihre Lenkungswirkung. Mir ist bewusst, dass an den Verhandlungstischen hart gerungen wurde. Ich möchte nicht in der Haut der klimabewussten Politiker:innen und ihrer wissenschaftlichen Berater:innen stecken, die ihre Kolleg:innen in langen Diskussionen die Lage schildern und dann mit deren Entscheidungen und politischen Agenden konfrontiert werden. Als Bürgerin sehe ich das fatale Ergebnis. Selbst in dieser ernsthaften Krise – und die Energiekrise ist ja nur eine (erste, beginnende) Folge der Klimakrise – gelingt uns der Umstieg auf klimafreundliche Strategien innerhalb planetarer Grenzen nicht. Das will mir weder aus ökologischen noch aus ökonomischen noch aus sozialen Gründen in den Kopf, wie wir so blind und mit Anlauf tiefer in die Krise manövrieren. Die Wissenschaften könnten nicht deutlicher und klarer in ihren Aussagen sein. Was braucht es denn noch, um endlich aufzuwachen und die Probleme an ihrer Wurzel anzupacken?

Die psychischen Grundbedürfnisse des Menschen in der Praxis

Fragen, Anregungen und Wünsche zu meinen Themen aus der Netzgemeinschaft freuen mich sehr. Kürzlich erreichte mich diese Nachricht:

Philipp

Liebe Franziska,

[…] Vorhin bin ich mehr oder minder durch Zufall auf die Internetseite von arbeitswelten-lebenswelten.de gekommen […].

Ich selbst bin mir der Wertig- und Wichtigkeit der psychischen Grundbedürfnisse nach Grawe bewusst. Habe Grawes Konzept in einem Teilbereich in meiner Masterarbeit mit einbezogen.

Ich selbst erlebe in der Praxis, dass Mitarbeitende bei Unternehmen kündigen, weil ihre psychischen Grundbedürfnisse nicht erfüllt werden bzw. die Unternehmen die Wichtigkeit dieses Themas nicht richtig auf dem Schirm haben.

Gerne möchte ich Dich dazu einladen, mich an Deiner Erfahrung teilhaben zu lassen und Dich fragen, ob es aus Deiner Sicht einen Fragebogen zu den psychischen Grundbedürfnissen im beruflichen Kontext gibt, oder ob es hier noch Nachholbedarf bei der Konzeptionierung eines validen Fragebogens gibt.

Viele Grüße nach Stuttgart aus Hamburg,
Philipp

Daraus ergab sich dann folgender Briefwechsel, den ich gern mit Dir, liebe Leserin, lieber Leser teile:

Franziska

Lieber Philipp,

für mich sind die Grundbedürfnisse eingebettet ins Bild, das ich mir von Menschen mache. Es ist meine Haltung ihnen als Individuen und der Gesellschaft gegenüber. Damit auch Ausdruck des Prinzips “Die Würde des Menschen ist unantastbar”.

Daraus leite ich unter anderem ab, wie wir Denkmodelle, Konzepte, Denkwerkzeuge, Methoden, Werkzeuge, Komponenten und Systeme auswählen und einsetzen. Mithin passe ich den “Fragebogen” rund um Grundbedürfnisse der Situation und dem Kontext an.

Grundlagen Sinnvoll Wirtschaften / Weltbild & Menschenbild: Grundbedürfnisse. Bild: cc Franziska Köppe | madiko sketchnotes

Franziska

Allgemeingültig sind für mich die vier Bereiche, die Grawe grob aufzieht – wohlwissend, dass das ein theoretisches Konstrukt ist und es in der Praxis viele Überschneidungen gibt. Ich schaue auf meine Sketchnotes daher regelmäßig drauf und betrachte sie als Gedanken- und Erinnerungsstütze. Mein Ziel ist, dass mir keiner der Bereiche aus dem Fokus gerät. Denn ich glaube, Grawe hat Recht, dass wir alle Bedürfnisse dauerhaft befriedigen müssen. Wir können sie auch nicht (immerzu) ausgleichen. Sie alle sind elementar für einen gesunden Menschen.

Lass es mich konkretisieren und aus dem Verkopften auf die Füße stellen:

Nehmen wir den Fall, dass ich ein neues Geschäftsmodell ertüftle. Dann frage ich mich zum einen, ob es mit den Grundbedürfnissen des Menschen im Einklang steht – ob es sie fördert und wo es sie gegebenenfalls aushebelt. Für mich und unsere Bewegung – die wir für Humanismus, Aufklärung und Freiheit (im Sinne von Wahlfreiheit, Entscheidungsfreiheit, Handlungsfreiheit) stehen – ist wichtig, dass wir aktiv zur Förderung beitragen und alles vermeiden, was diese Grundbedürfnisse untergräbt.

Nicht immer ist das auf den ersten Blick offensichtlich. Dazu muss man die Fragen ans Geschäftsmodell variieren und weiterfragen. Zumal die Bedürfnisse der unterschiedlichen Interessensgruppen in Einklang gebracht werden müssen. Das ist oft komplex, unterliegt einer hohen Dynamik und bietet zahlreiche kognitive Dissonanzen. Menschen können das auflösen. Dafür halte ich jedoch notwendig, dass es nicht “den einen Fragebogen” gibt (womit ja impliziert wäre, dass es eine “Best Practice” gäbe und wenn ich mich daran hielte, alles “richtig” wäre… Du spürst, worauf ich hinauswill?)

Zweites Fallbeispiel, bei dem in meiner Praxis stets die Sketchnotes zur Hand sind: In Reflexions- und Resonanz-Runden – wenn es zum Beispiel darum geht, uns gegenseitig konstruktiv Kritik zu geben. Ich persönlich finde wichtig, eine radikale Besprechbarkeit zu leben, die auf den Grundprinzipien der gewaltfreien Kommunikation fußt. Als hilfreich empfinde ich darin das Konzept der Sinnkopplung (entwickelt von Gebhard Borck). Es hilft mir, einerseits die Kritik meines Gegenübers als seine Perspektive auf die Sachlage anzuerkennen. Gleichwohl öffnet mir der Ansatz die Chance, zu erkennen, auf welcher Ebene / welchen Ebenen wir sinn-ge-koppelt oder sinn-ent-koppelt – oder neutral (sinn-aus-gekoppelt) sind.

Handskizze mit 3 Zeichnungen, die jeweils für die Urzustände von Sinnkopplung stehen: sinn-gekoppelt (zwei sich umarmende Brüder), nicht sinn-gekoppelt (2 Nerds, die gewisse Ähnlichkeiten aufweisen jedoch nebeneinander stehen) und sinn-aus-gekoppelt (Mann, dem ein Kinnhaken mit einem Boxhandschuh verpasst wird und entsprechend ärgerlich dreinschaut). Bild: cc Franziska Köppe | madiko sketchnotes

Franziska

Das Bewusstsein unserer eigenen Grundbedürfnisse (= Persönlichkeitskompetenz im Rahmen unserer Handlungskompetenzen) und die Fähigkeit, über unsere Bedürfnisse reden zu können (nicht lediglich über unsere Gefühle, Befindlichkeiten und individuellen Wahrheiten, die eher an der Oberfläche schweben – wohingegen unsere Grundbedürfnisse in tieferen Ebenen unseres Bewusstseins schlummern), zeugt für mich für hohe soziale wie persönliche Kompetenzen. Es befähigt uns, in Krisen und in guten Zeiten, gute – gut für uns als Individuen, gut für die Beteiligten, gut für die Gesellschaft – Lösungen auf die Herausforderungen zu finden. (Meine Zusammenfassung und Erkenntnisse zu den Handlungskompetenzen.)

Meine Antwort zusammengefasst lautet also:

Den Nachholebedarf beim Konzipieren eines validen Fragebogens sehe ich darin, Menschen sowohl ihre Grundbedürfnisse als auch ihre Handlungskompetenzen aufzuzeigen. Sie zu ermächtigen (sapere aude!), auf dieser Basis in eine wertschätzende, sinnstiftende Kommunikation, in die aufgeklärte Entscheidungsfindung einzusteigen und ihnen so die eigenverantwortliche Umsetzung ihrer Entschlüsse zu erleichtern. Mithin sie zu befähigen, ihre eigenen Fragebögen kontextsensitiv zu entwickeln und zu beantworten.

Und ja: Leider bieten viel zu wenig Unternehmen diesen aus meiner Sicht wichtigen Raum. Für eine zirkuläre, sinnvolle und damit zukunftsrobuste Wirtschaft halte ich es jedoch für essenziell. Ich stimme Dir zu, wenn Du also schreibst, dass viele Menschen kündigen gerade aus der Ermangelung, dass ihre Grundbedürfnisse (und die ihrer Mitmenschen, mit denen sie im Rahmen ihrer Erwerbsarbeit zusammenwirken) nicht berücksichtigt werden.

Früher dachte ich, dass ich mich damit “einfach arrangieren” muss. Ich bin erleichtert und fühle mich bestärkt, dass ich über die Initiative EnjoyWork viele Gleichgesinnte fand, die meine Auffassung teilen. Und dass wir uns gemeinsam den Fragen stellen, die sich daraus ergeben. Daher freut mich Deine Anfrage auch so sehr. Ich finde wichtig, dass wir uns darüber austauschen und auf die Suche nach Lösungen und Inspiration gehen. Danke!

Ist das nachvollziehbar? Macht das für Dich Sinn? Wie ist Deine Perspektive darauf? Bin gespannt, was Du dazu schreibst, und freue mich auf den weiteren Austausch.

Viele Grüße in den Norden,
Franziska

Philipp

Hallo Franziska,

vielen Dank für Deine Rückmeldung und Deine Erläuterungen.

“Einfach arrangieren” oder “über sich ergehen lassen” kenne ich aus meinem ersten (Arbeits)-Leben auch noch zu gut.

Auch wenn die immer noch anhaltende Corona-Pandemie mehr Nachteile als Vorteile hat, erscheint ein Vorteil doch, dass die Menschen ins Überlegen kommen und sich selbst die Frage stellen “was will ich eigentlich wirklich” und mit Bezug Arbeitswelt “wie möchte ich arbeiten und wie möchte ich geführt werden”. Es mag vielleicht ein wenig esoterisch klingen, ich glaube, dass die Menschen einfach verlernt haben, sich selber zu spüren.

Wenn Menschen nun kündigen, weil ihre Bedürfnisse (psychische, physische, etc.) nicht befriedigt werden, dann wäre es einen Gedanken Wert zu überlegen, die Bedürfnisse bzw. deren Ausprägung zu erheben. Mal davon abgesehen, dass wohl viele ihre Bedürfnisse nicht kennen oder nur schwer selbst beziffern können.

Ja, Fragebögen sind strukturell und wirken teilweise wenig dynamisch, könnten aber bei der Erfassung der Bedürfnisse sehr helfen. Arbeitgeber können dann mit dem Ergebnis besser auf die Bedürfnisse der Mitarbeitenden eingehen, um den Mitarbeitenden beispielsweise, nach deren individueller Bedürfnisausprägung, eine höhere Sinnhaftigkeit bieten. Mit Blick auf ein Menschenverständnis der Unternehmen wird dies fast wie ein Paradigmenwechsel hin zu einem “menschengerechten” arbeiten.

Mit Blick auf die Mitarbeitenden würde ich es als Persönlichkeitsentwicklung sehen, dass die Mitarbeitenden mit dem Ergebnis des Fragebogens sich selbst weiter entwickeln können. Beispielsweise in einem Coaching, auf eigene Faust oder sonst wie.

Vielleicht entsteht kein Gedanke ohne persönlichen Hintergrund. Ich selbst bin oder war vor kurzem in der Situation von nicht befriedigten Bedürfnissen bei einem Arbeitgeber. Von daher meine anfängliche Google-Recherche, über die ich dann zu EnjoyWork und letztendlich zu Dir gekommen bin.

In den kommenden Tagen werde ich in verschiedenen Testbibliotheken nach entsprechenden Fragebögen recherchieren. Vielleicht auch thematisch ein interessanter Gedanke bei meinem Vorhaben, irgendwann zu promovieren.

Ich möchte mich herzlich bei Dir für Deine Impulse bedanken. Meine Synapsen feuern gerade richtig schön :)

Vielleicht eine Frage noch: Ich empfinde Deine Äußerungen als ein deutliches Mindset. Was ist der beste Weg um dieses Mindset in die Welt in die Unternehmen und Organisationen zu bringen?

Viele Grüße, Philipp

Franziska

Lieber Philipp,

ja genau. So sehe ich es auch und nicke hier bei allem, was Du schreibst.

Wichtig wäre mir noch die Erkenntnis, dass wir anderen keinen Sinn stiften können. So wie wir andere nicht motivieren / demotivieren können. Gestaltbar sind lediglich die Rahmenbedingungen, die die Chancen für Motivation, Sinnkopplung, Befriedigung von Bedürfnissen usw. erhöhen.

Dafür sind diese Aspekte viel zu individuell und zu stark vom Kontext abhängig. So wie auch Bedürfnisse stets im Sachzusammenhang zu betrachten sind. Leider führt das heutige Bildungssystem, ein Großteil der Sozialisierung in Deutschland und die gesellschaftlichen Strukturen & Prozesse dazu, dass wir den Kontakt zu unseren Gefühlen, (eigenen) Gedanken, zu unserer Intuition, unseren Werten und damit zu unserem Selbst verlieren. Wer zufriedener und im Einklang mit sich selbst leben und arbeiten möchte, ist also eingeladen, sich diese im Leben wieder zurückzuerobern. Oft sind es einschneidende Erlebnisse, die wie ein Weckruf auf uns wirken. Das meine ich nicht nur als schmerzliche, sondern gerade auch als erfreuliche, motivierende Erfahrungen (Resonanz und Sinnkopplung).

In Transformations- und Veränderungsprozessen sind diese Kompetenzen sehr wichtig. In diesem Zusammenhang fand ich Anregungen zum Draufrumdenken beim BrainFood mit Joana (August 2019): EnjoyWork braucht Arbeiten an den Handlungskompetenzen.

EnjoyWork braucht das Arbeiten an den Handlungskompetenzen

Wie wollen wir leben und arbeiten? Welche Alternativen zur konventionellen Fremdsteuerung von Organisationen gibt es? Nur, was wir uns – und sei es noch so vage – vorstellen können, hat Potenzial, Realität zu werden. Eine Frage, die dabei stets auftaucht, ist: Wie gelingt der Systemwechsel? Welche Kompetenzen braucht es dafür?

Im Rahmen des “BrainFood” ließ uns Dr. Joana Breidenbach einen Blick auf die Entwicklungsgeschichte des Social Innovators betterplace lab werfen. Ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen, nahm sie uns mit in die Höhen und Tiefen der Transformation. Sie ließ uns teilhaben an ihren Einsichten und Erkenntnissen. Sie war bereit, offen auf Fragen zu antworten.

In meiner Rückblende fasse ich die Stationen der betterplace lab gGmbH zur kompetenz-basierten Netzwerk-Organisation zusammen. Dabei greife mir aus der Fülle zwei Aspekte heraus, die mir besonders wichtig erscheinen: das Prinzip der Freiwilligkeit und die Balance der äußeren und inneren Sicherheit. Es ist eine Langstrecke. Du bist gewarnt ;-)

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2020-08-26 · Franziska Köppe | madiko

Franziska

Ich könnte mir gut vorstellen, dass Du darin Ansätze findest auf Deine Fragen. Obschon ich Holakratie und vor allem Ken Wilber und seinen Jüngern kritisch gegenüberstehe, halte ich die Aussagen von Joana für einen guten Denkansatz. Daher nahm ich mir seinerzeit Zeit, meine Gedanken in einer Rückblende zum BrainFood zusammenzufassen.

Was mich zu Deiner Frage führt: Wie bringen wir das Mindset in die Unternehmen und Organisationen?

Das ist nicht leichtfertig zu beantworten. Denn die Menschen müssen ja offen sein, um sich auf die Gedanken einzulassen. Sie müssen offen sein, ihre Grundannahmen und ihre eigenen Haltungen (und damit ihr Verhalten) zu hinterfragen. Sie müssen offen für Veränderung sein. Dir als Wirtschaftspsychologen erzähle ich da ja nichts Neues ;-)

Wie nähere ich mich der Herausforderung? Ich beschäftige mich schon seit vielen Jahren mit drei grundlegenden Fragen:

  • Wie kommen wir (in großen Gruppen) zu klugen Entscheidungen?
  • Wie gelingt es uns (in Gruppen), aus dem Entschluss in eigenverantwortliches Handeln / Umsetzen zu kommen?
  • Wie können wir beides so gestalten, um es uns (und anderen) leichter – nicht leicht, leichter – zu machen?

Meine Antwort ist wiederum dreigeteilt: Für eine Katalyse von Transformation braucht es:

  • Information & Inspiration
  • Den wertschätzenden, offenen Wissens- & Erfahrungsaustausch
  • gemeinsame Realexperimente

Genau daraus entstand die Bewegung und Kooperative EnjoyWork. (Achtung der Name und die Kommunikation unseres Ansatzes wird sich nächstes Jahr ändern.) Aktuell arbeite ich daran, noch besser zu vermitteln, woran wir als Bewegung und Kooperative arbeiten und wie man mitgestalten kann. Wenn Du dranbleiben magst, bitte hier entlang: WandelMut.network.

Danke für Deine klasse Fragen! Ich wünsche Dir viel Freude am Draufrumdenken und weiter Stöbern auf unserem Portal. Du wirst noch einige Beiträge mehr finden, die sich mit diesen Themen beschäftigen.

Bitte beachte, dass es während dieser Umstellung sein kann, dass Beiträge unvollständig sind und Du möglicherweise auf tote Links triffst. Das Portal ist recht komplex geworden und es dauert eine ganze Weile, bis ich alles wieder aktualisiert und neu publiziert habe. Ich bitte Dich um Geduld und Verständnis.

Frage gern weiter nach, auch wenn Du mit der Bedienerführung nicht gut klarkommst. Das hilft mir, das Portal zu verbessern. Danke.

Sonnige Grüße,
Franziska

Gern wiederhole ich diese Aufforderung Dir gegenüber, geschätzte:r Leser:in: Lass uns in Kontakt und im Austausch sein. ;-)

Zuguterletzt

Damit beschließe ich den letzten Bericht “Aus der Werkstatt” von madiko für 2022. Noch ein Liedchen? Noch ein Liedchen.

Völlig fasziniert höre ich nämlich TomiP zu, wenn er a cappella – also ausschließlich mit seiner Stimme – “Unholy” (das Original von Sam Smith & Kim Petras) neu interpretiert. Der Liedtext und seine Bedeutung sind kritisch zu würdigen. Da halte ich mich zurück und überlasse Dich Deiner eigenen Auslegung. (Ich vermute, dass Tomi den Text daher nicht in gewohnt klarer Art und Weise artikuliert. Das ist jedoch reine Spekulation.) Was mich an Tomis Interpretation anzieht ist die Vielstimmigkeit. Seine Ausdrucksfähigkeit in den einzelnen Stimmen. Seine Varianz in Stimmlagen und Gesangstechnik – von Bruststimme, Sub-Harmonik mit sattem basso profundo, Kopfstimme bis hin zu Body-Percussion und Beat-Boxing. Plus ein exzellentes Sound-Design, das ohne Audio-Tuning auskommt. Ein wahrer Meister! Also Kopfhörer auf, Lautstärke aufdrehen und los geht’s:

UNHOLY
[ 2022-10-28 Tomi P | 2'31'' ]

Soweit für heute. Soweit für 2022.
Ich wünsche Dir einen schwungvollen Rutsch ins Neue Jahr.

Bleib neugierig, gesund und munter,

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Hier die neuesten:

Adieu Andreas

2024-02-08

Mein persönlicher Nachruf auf Natenom – lang-jähriger Freund, Weggefährte und Verbündeter im Bestreben, Fahrrad-Fahren in Deutschland sicherer zu machen. Welch Tragik in diesem Satz steckt. Doch von vorn…

Aus der Werkstatt [ KW51 ]

2023-12-22

Die Themen der Woche: Jahres-Endspurt mit Organisatorischem, Sortieren, Lochen, Scannen, Ablegen und Ausmisten. Strukturen und Prozesse für 2024 anlegen. Reflexionen zu meiner Informations-Sammel-Wut als Auftakt zur Besserung hinsichtlich der all-jährlichen Zettel-Wirtschaft. WandelMut: keine Neuigkeiten sind gute Neuigkeiten. Scientists For Future 2024: Ankündigung und Angebote zum Wissens- & Erfahrungsaustausch – inklusive Abwägen der Neuausrichtung unserer Rolle(n). Podcast-Liebe: Kreative Blockaden erkennen und auflösen – Analyse und Lösungsansätze. Zuguterletzt: Endlich ein neues zitatinte.

Aus der Werkstatt [ KW50 ]

2023-12-16

Die Themen der Woche: Keine drehenden Teller für mich: COVID-19 ist nicht vorbei – die gemeinschaftliche Fürsorge von Vulnerablen sowie Eigenschutz. REXlive am Lagerfeuer: REDAXO und Maschinen-Lernen. Mein Engagement für quell-offene Programme: GitHub ausgepackt. Verkehrssicherheit für Radfahrende: zum aktuellen Stand von OpenBikeSensor. PodcastLiebe: WandelMut beim Tagesspiegel, mediasres zu künstlicher Intelligenz. Rechtsanwälte sind die wahren Künstler:innen: konstruktiver Aktionismus vom Zentrum für politische Schönheit. Zuguterletzt: 199 kleine Held:innen.


Ausblick & Flurfunk

Meine Berichte aus der Werkstatt erscheinen unregelmäßig. Ich strebe an, alle ein, zwei Wochen von meiner Arbeit und dem, was mich beschäftigt, zu erzählen. Meine Erkenntnisse und Einsichten zu teilen.

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