WandelMut ImpulsZeit
Rückblende erste Staffel WissKomm 2024/2025
veröffentlicht: 28.08.2025 · Franziska Köppe | madiko
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WandelMut ImpulsZeit – Rückblende erste Staffel WissKomm 2024/2025
Wissenschaft trifft Gesellschaft: Ein Experiment des Austauschs
Beschreibung des Projekts & seiner gesellschaftlichen Wirkung
2024 wagte ich ein Real-Experiment. Ich bot Wissenschaftler:innen und Bürger:innen den Wissens- und Erfahrungs-Austausch zu Themen im Spannungsfeld planetarer Grenzen und sozialer Verantwortung an. In meiner Arbeit distanziere ich mich bewusst von politischen Veranstaltungen, bei denen man sich positionieren und für Mehrheiten werben muss. Mir geht es ums wechsel-seitige Zuhören, um zu verstehen. Mir geht es um die Langsamkeit des laut Denkens. Dafür öffne und halte ich den Raum. Dafür suche und finde ich Partner:innen.
Entscheidend für unseren Erfolg war die Offenheit für die Bedürfnisse und Anliegen der Beteiligten. Sämtliche Themen wurden aus der Gruppe der Teilnehmenden vorgeschlagen – von Bürger:innen und Wissenschaftler:innen. Dies schuf eine Arena zum Zuhören und zum gemeinsamen Gestalten. Jeder Beitrag ist wichtig – sei er wissend, sei er fragend.
Vielfalt
Da es Abend-Veranstaltungen waren, lag das jüngste Alter der Beteiligten um die 18 Jahre. Die älteren Semester waren Rentner:innen. Der größere Teil der Beteiligten lag irgendwo dazwischen. Apropos: Männlein, Weiblein, LGBTQIA+ – alle fühlten sich angesprochen. Indes war die inter-kulturelle Mischung wenig ausgeprägt und zeigte sich lediglich in einem schwäbischen, badischen, sächsischen, indischen, spanischen oder französischen Zungen-Schlag. Accessibility-Themen waren (Farben)Blindheit und Taub-Stummheit. Der von uns genutzte Raum ist leider nicht stufenlos erreichbar, sodass wir keine Rollis vor Ort hatten.
Mit unserem Gesprächs-Angebot erreichten wir Menschen in Armut bis gut situierte Bildungs-Bürger:innen – und damit alle sozialen Schichten. Die Wissenschaftler:innen verzichteten auf ein Honorar, was keinesfalls selbst-verständlich ist. Wir tagten in einem Food Sharing Café. Jede:r zahlte, wie sie bzw. er es kann. All das zusammen-genommen trug dazu bei, dass Finanzen keine Hürde darstellten. Ich werde später auf diesen Finanz-Aspekt im Rahmen von Bürger:innen-Multilogen noch einmal zurück-kommen.
Inter-Aktion, Chancen-Gleichheit & Augenhöhe
Wir förderten die Inter-Aktivität und Chancen-Gleichheit, indem wir Hierarchien abbauten. Mein Anspruch an die Moderation war, dass jede Person im Raum im Verlauf des Abends mindestens ein Mal zu Wort kam, idealerweise öfter. Jede:r sollte die Möglichkeit haben, sich mit seinen Fragen und ihrem Wissen aktiv zu beteiligen. Die Balance zwischen impuls-gebenden Wissenschaftler:innen und den Teilnehmenden lag bei Hälfte:Hälfte. Das hat mich besonders gefreut, dass dies gelungen ist. Es verlangt von allen Beteiligten ein gesundes Maß an Zurückhaltung und aktivem Zuhören. So wurde uns die Veranstaltungs-Reihe zur Plattform für einen offenen, differenzierten und sinn-stiftenden Austausch mit vielen Perspektiven.
Die Wissenschaftler:innen waren aufgefordert, aus dem “Elfenbein-Turm” ihrer Labore und Studier-Zimmer hinaus in die Praxis zu treten. Für sie galt es, ihr hoch spezialisiertes Fach-Wissen allgemein verständlich aufzubereiten. Die Handwerker:innen, Industrie-Arbeiter:innen, Landwirt:innen, Dienstleister:innen, Wissens-Arbeiter:innen, Künstler:innen, Studierenden und Rentner:innen waren kognitiv herausgefordert, sich mit wissenschaftlichen Vorgehensweisen und Denk-Modellen auseinander-zu-setzen. Sie konfrontierten die Hypothesen und Studien mit praktischen Herausforderungen und Fragen aus ihrem (Berufs)Alltag. Beide Seiten lernten voneinander und gaben sich wichtige Impulse.
Social Impact
All unsere Veranstaltungen waren mit 50 bis 70 Teil-Gebenden gut besucht, obwohl unsere Themen zum Teil recht “nischig” anmuteten. Wir hatten eine ganze Reihe “Wieder-Kommer:innen” (meine grobe Schätzung: rund ein Drittel bis die Hälfte) und “neue Gesichter” im Plenum, die sich aktiv am Austausch beteiligten. So war jeder Abend ein kleines Überraschungs-Paket und frisch an Eindrücken. Insofern bedauere ich es, dass wir nicht direkt in eine zweite Staffel für 2025 starten konnten. Eine Verstetigung mit neuen Themen und neuen Impuls-Geber:innen wäre ideal gewesen. Dennoch war für mich eine Zäsur nötig. Dazu unten mehr und ein Ausblick.
Zum nächsten Kapitel
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