Aus der Werkstatt
Wochen-Rückblick 2025-48
veröffentlicht: 29.11.2025 · Franziska Köppe | madiko

Aus der Werkstatt 2025
[ 2025 Franziska Köppe | madiko ]
Im Bericht aus der Werkstatt greife ich mir die Dinge heraus, die mir für die Chronik von madiko und als Zeit-Zeugnis interessant scheinen. Schön, dass Du mich des Wegs begleitest. Wohlan!
Mental gesund
Stoisches Voranschreiten und Selbst-Regulation als Kompetenz
Meine Woche startete mit einer Aufgabe, die getan werden musste. Der Staat schreibt uns ja doch einiges auf den Zettel, das wir zu erledigen haben. Fremd bestimmt sein, fällt mir schwer. Was mir schwer fällt, kostet mich Zeit und Energie. Es ist ein ungesunder Mix. Ich sehe mir dabei zu, wie ich prokrastiniere. Das Überwinden des Prokrastinierens scheint mehr Kraft zu beanspruchen als die gestellte Aufgabe selbst. Ich sehe es und kann doch nicht anders.
Gelassenheit in Zeiten der mentalen wie physischen Erschöpfung
Dann flackert das Hadern mit mir und meinen Beschränkungen auf. Ich dränge die Gedanken zurück, weil sie mir nicht nützen. Immerhin: Hier funktioniert meine Selbst-Regulation – sehr zu meiner Zufriedenheit. Am Dienstag war die Aufgabe endlich vollbracht und ich konnte aufatmen. In diesen Zeiten mag ich mich wirklich nicht, und liebe mich dennoch. Vielleicht bin ich aber auch einfach urlaubsreif. Kurzer Blick zum Kalender: Ende November. Nicht mehr lang bis zur wohlverdienten Pause.
Leider verlief der weitere Verlauf der Woche ebenso schleppend. Es gibt so Phasen. Dann kommt die Stoikerin in mir durch. Meine Erwartungen an mich selbst treten zurück. Ich besinne mich darauf, dass es ausreicht, voranzuschreiten. Ich drehe meine Ansprüche herunter. Freundlich gehe ich mit mir um, nehme aufkommende Gefühle an – bewerte sie jedoch nicht über.
Drei gute Dinge des Tages
Mein Glücks-Tagebuch füllt sich! Jeden Abend notiere ich drei Vorkommnisse, die vom Tag bleiben. Es sind Kleinigkeiten, die das Leben schön(er) machen. Sie wiegen die Erschöpfung auf und bringen mich in eine gesunde Balance. Eine zeitlang hatte ich diese Übung schleifen lassen. Übers Fediverse fand ich zurück. Wann ich auf den Hashtag #DreiGuteDingeDesTages aufmerksam wurde, kann ich nicht sagen.*
[ * ] Alternativ #3GuteDingeDesTages, #PositiveDinge oder ähnlich.
Ich finde schön, Teil einer Gruppe zu sein – ohne Teil einer Gruppe zu sein. Jede:r von uns macht ihr bzw. sein eigenes Ding. Es ist kein Überbietungs-Wettbewerb. Eine Aktion frei von Leistungsdruck. Mir hilft die Gemeinschaft, täglich daran zu denken und mir den Moment für mich zu nehmen. Ein Herzchen von den anderen gibt zuweilen einen Schub Motivation. Eine Streichel-Einheit für die geschundene Seele, die zurzeit einiges aushalten muss an psychischer Belastung.
Die Arbeit, finanzielle Lasten, die geo-politische Gesamt-Lage und ihre Auswirkungen in unserem Alltag mögen den Eindruck erwecken, dass es nichts “Schönes” im Leben gäbe. Mit meinem Tagebuch schütze ich mich vor einer Spirale des Selbst-Mitleids und der Opfer-Intronisation. So bin ich nicht. So möchte ich nicht werden. Also halte ich meine Augen, Ohren und Herz offen. Ich freue mich an den Begebenheiten und glücklichen Momenten, von denen es mehr gibt als es zunächst scheint.
WandelMut
Aus der Manufaktur der Bewegung und Kooperative
HokusFokus in der Kurz-Zusammenfassung:
Diese Woche zwang mich, an der Technik für meine Arbeit zu arbeiten. Erneut wurden Prioritäten nicht von mir, sondern von externen Einflüssen gesetzt. Grml. Nun gut, dann ist auch die anstehende Umstellung meiner Entwicklungs-Umgebung erledigt. Im folgenden Kapitel drösel ich die Details auf.
Ferner setzte ich tournus-gemäß strategische Überlegungen um und legte erste Schritte für 2026 an. Dazu unter dem Stichwort “Domains” mehr. Desweiteren gibt es einen Zwischen-Stand zum Thema “Finanz-Dienstleister”.
Hier die Details (ich führe Dich durch die Kapitel und dann zurück hierher):
Umstellen meiner Entwicklungs-Umgebung von lokal auf entfernt
Neu-Ausrichten, unter welchen Adressen ich im Internet zu finden bin
Europäische Alternativen:
Zahlungsdienst Wero
Redaktionell lieferte ich die letzten Beiträge für externe Medien, die wiederum auf WandelMut verweisen. Die Publikation geht im Dezember online. Ein wichtiger Punkt, um über die eigenen Kreise hinauszukommen und bestehende Kooperationen zu stärken.
Apropos Partnerschaften: Da hat sich hinter den Kulissen Interessantes getan, was das Navigieren im sicheren Handlungsraum betrifft. Eine der Schwierigkeiten ist ja, wie wir heute und zukünftig “Erfolg” und “Leistungsvermögen” (be)messen. Vorläufig bleiben die Vorarbeiten unter dem Mantel des Schweigens. Wir brauchen die Ruhe, um fundiert die Grundlagen und Denk-Werkzeuge zu erarbeiten. Zu gegebener Zeit werdet Ihr, meine geschätzten Leserinnen und Leser, mehr erfahren. Bleib neugierig!
Kleine Zeit-Puffer nutzte ich, um weiter Daten ins System einzugeben und mit der grundlegenden Pflege voranzukommen. Und schon war die 48. Woche anno MMXXV rum.
Snow Bear
Traditionelles Handwerk von Aaron Blaise
& ein Aufruf, uns und unseren Lebensraum zu schützen
Nun aber genug mit den frustrierenden Perspektiven auf die Woche. Kommen wir zu den schönen Seiten. Am Freitag saß ich kurz vor sechs am Bildschirm. Aaron Blaise hatte uns zur internationalen Film-Premiere von “Snow Bear” eingeladen. Leute aus allen Ecken der Welt waren dabei. Es war ein fröhliches Hallo. Im Chat drückten sie ihre Begeisterung für Aarons Arbeit und für ihn als Mensch aus. Schon das war großartig und hob meine Stimmung.
Creature Art Teacher Aaron Blaise
Aaron ist einer der Künstler, von denen ich Zeichnen lerne. Er stammt aus Florida und ist international unterwegs. Geprägt wurde er von haptischen Medien. Heute arbeitet er mit traditionellen Methoden vorwiegend digital. Seine hand-gezeichneten Bilder erzählen stets eine kleine Geschichte. Das ist, was mich am meisten an seiner Kunst fasziniert und was ich mir von ihm abschaue.
Sein Können kommt nicht von ungefähr. 1989 – frisch von der Kunst-Hochschule – wurde er Teil von Disney. Er war Animateur und leitender Animateur für Filme wie “Beauty and the Beast”, “Aladdin”, “The Lion King”, “Pocahontas”, “Mulan” und viele mehr. Mit “Brother Bear” wurde er als Co-Regisseur für den Oscar nominiert im Genre “Best Animated Feature Film”.
Und dann sitzen wir bei Aaron im Studio und schauen ihm während seiner Live-Übertragungen und Tutorien über die Schulter. Er bleibt auf Augenhöhe. Mit offenem Herzen und einem guten Gespür für Didaktik vermittelt er seine Erkenntnisse, gibt sie freizügig an uns weiter. Regt uns an, der Welt die heiteren Seiten abzugewinnen. Wenn ich ein Motivations-Loch habe oder beim Zeichnen nicht mehr weiterkomme, sehe ich mir eines seiner Videos an und die Begeisterung fürs Leben ist wieder da.
The Daily Drawing (5): Weeping Willow
[ 2025-01-27 The Art of Aaron Blaise | 07'28" ]
Liebe zur Natur & Gabe der Beobachtung
Was ich besonders an Aaron schätze, ist sein tiefes Verständnis für Fauna und Flora. Für ihre Formen, Farben, Strukturen, Muster, Anatomie genauso wie für ihre Bewegungsabläufe, ihre Charaktere, ihren Humor und ihre Emotionen. Als Animator übertreibt er es natürlich – ähnlich einem Kabarettisten, der die Eigenschaften seiner Protagonisten pointiert. Ihm gelingt indes, Tiere und Pflanzen nicht zu vermenschlichen. Sie bleiben wild und unberechenbar. Sie bleiben Kreaturen. Wir fangen an, sie zu begreifen. Auf diesem schmalen Grat bewegt er sich. Ich mag das.
Die letzten drei Jahre hat Aaron an einem großen Projekt gearbeitet. Eine Geschichte und das dazugehörige Story-Board. Mehr als 11.000 Zeichnungen. Film-Musik. Sound-Design. Alles in Hand-Arbeit und größtenteils von ihm selbst und einem kleinen Team. Seine Botschaft: Unsere Natur ist wertvoll. Sie ist schützenswert und wir sind darin nicht allein. Mit “Snow Bear” erzählt er die Situation eines Polar-Bären in der Arktis. Während dieser letzten Jahre gab er uns immer wieder Einblicke hinter die Kulissen.
Behind the Scenes Creating Snow Bear
[ 2024-10-01 The Art of Aaron Blaise | 02'49" ]
Emotionalität im Vermitteln von Wissen zu Klima- und Bio-Diversitäts-Krisen
Von Natur aus sind Eis-Bären Einzelgänger. Sie sterben aus, weil wir ihnen über den mensch-gemachten Klima-Wandel den Lebensraum und die Nahrungs-Grundlagen rauben. Weil sie viel größere Strecken zurücklegen müssen, um Futter und Artgenossen zu finden, als ihr Körperbau und ihre Kraft es eigentlich erlauben. Wir nehmen ihnen die Basis für den Erhalt ihrer Spezies. Die Art, wie Aaron die Klima- und Bio-Diversitäts-Krisen erzählt, wie warm-herzig und eindringlich, ohne erhobenen Zeigefinger – es bewegt mich sehr.
Halte die Taschen-Tücher bereit! Und nun Film ab für
Snow Bear – You don't have to be alone
[ 2025-11-28 The Art of Aaron Blaise | 11'45" ]
Zuguterletzt
Soweit für heute! Schön, dass Du dabei warst. Ich wünsche Dir eine gute Zeit und bis zum nächsten Mal.

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Wie verändert das maschinelle Erzeugen von “Kunst” unsere Gesellschaft? In meiner Erfahrung ist die eigene musische Entwicklung ein Prozess. In einer libertär-kapitalistischen Gesellschaft scheint es indes nur noch aufs “Ergebnis” anzukommen und ob man es zu Profit machen kann. Meine Gedanken dazu schrieb ich im letzten Bericht aus der Werkstatt auf – und kürte meine hand-verlesene Wahl der besten Künstler:innen. Sie waren so freundlich und gaben mir ihre Werke frei. Vielen Dank!
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Ausblick & Flurfunk
Meine Berichte aus der Werkstatt erscheinen unregelmäßig. Ich strebe an, alle ein, zwei Wochen von meiner Arbeit und dem, was mich beschäftigt, zu erzählen. Meine Erkenntnisse und Einsichten zu teilen.
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