Aus der Werkstatt
Wochen-Rückblick 2025-47
veröffentlicht: 22.11.2025 · Franziska Köppe | madiko

Aus der Werkstatt 2025
[ 2025 Franziska Köppe | madiko ]
Schreiben tut mir gut. Gedanken sortieren. Das Herz ausschütten zu Beobachtungen. Eindrücke verarbeiten. Mich mitteilen. Zudem rauscht das Leben nicht an mir vorbei. Mit der Chronik gebe ich Zeit-Zeugnis und halte die flüchtigen Momente fest, stärke meine Erinnerungen. Ich trenne Wichtiges von Unwichtigem – wohl-wissend, dass sich das im Wandel der Zeit ändern kann. Es ist subjektiv und im Heute verankert. Mir fällt es dadurch leichter, mit der Ungewissheit der Zukünfte umzugehen. Komm mit auf meine Reise des Verstehens. Wohlan!
WandelMut
Aus der Manufaktur der Bewegung und Kooperative
HokusFokus aufs Portal
Beim AddOn, an dem ich zurzeit arbeite, waren enorm viel Fleißarbeiten zu leisten. Am Mittwoch dann der Durchbruch: Die Test-Installation lief glatt und erfolgreich durch. Ich hatte sämtliche Fehler korrigiert. Es ploppten keine System-Warnungen mehr auf. HEUREKA!
Nach einem Moment der Freude über diesen Meilenstein startete ich die nächste Test-Phase: Daten eingeben. Beim Entwickeln des Datenbank-Systems hatte ich die Voraussicht besessen, mir die Links zu den Klassifikationen, Taxonomien und Standardisierungen zu speichern. Dennoch muss ich mich in die komplexen Inhalte jeweils neu reinwuseln. Das Indexieren deckt von planetaren Grenzen, Wissenschafts-Gebieten und Wirtschaftszweigen über Zirkularität mit seinen Ansätzen bis hin zu Land-Nutzung, Gebäude-Klassifikation und einem Lokalisieren auf Basis von Kontinenten, Staaten, Regionen und so weiter alles ab. Die ersten Daten-Sätze sind eingegeben. Es klappt super und wie gewünscht.
Mir fielen dabei an den Eingabe-Formularen für die Redaktion Potenziale zur Verbesserung auf. Das, was Nutzende und mich später im laufenden Betrieb am meisten nerven würde und sich effizient umsetzen ließ, korrigierte ich. Zugleich ist jetzt ein guter Moment, mich darin zu üben, dass nicht alles perfekt sein muss. Ist es sowieso nie. Mich zu verkünsteln in kleinsten Details hilft der Sache nicht. Statt fehlerfrei also optimieren und Fünfe grade sein lassen.
Meinen Test werde ich so weit voran-treiben, dass ich sämtliche Bestandteile (Tabellen) mit den ersten Daten befülle. Wie gesagt: Ich verwende direkt die realen Daten. Ich kann sie aus dem Test-System exportieren und ins STAGING-Portal übernehmen. Wo alles wie geplant gelingt, spare ich mir doppelte Arbeit. Und ich sehe konkret, wo es noch hakt. Kann korrigieren. Diese Fleißarbeit setze ich nächste Woche fort.
Fachsimpelei: Speicher-Technologien
Programmieren ist eine einsame Angelegenheit. Für die Arbeit ist es dienlich. Ich wollte das nicht anders. Indes ist es für mich als Person schon recht abgeschieden von menschlichen Kontakten. Um aus meiner Zurück-Gezogenheit auszubrechen, hatte ich diese Woche eine Verabredung mit Dr. Ingo Kerkamm. Ingo arbeitet in der Batterie-Forschung für einen Konzern aus der Region. Wir unterhielten uns über große Batterie-Speicher sowie über Akkus im Bereich Mobilität. Ich fand das spannend und freue mich, dass wir bereitwillig unsere Erkenntnisse teilten. So hatten wir beide etwas davon.
Tausch-Akkus für Fahrzeuge?
So fachsimpelten wir über Nutzen und Aufwände von austauschbaren Batterie-Modulen in E-Bikes, Autos oder LKW. Die Idee ist simpel: Der Akku kann dem Fahrzeug entnommen werden. An einer Station steckt man ihn in die Lade-Buchse, nimmt sich einen geladenen, klickt ihn ein und fährt direkt weiter.
Aus Sicht der Fahrer:innen entsteht der Nutzen eines Tausch-Systems im Zeit-Vorteil und Bequemlichkeit, den das bieten würde. In der benötigten Ladezeit für die geplante Strecke liegt ihr Engpass. Dem gegenüber stehen die Fragen: Gibt es auf ihrem Weg ausreichend Lade-Möglichkeiten? Reicht die Standzeit ihres Fahrzeugs aus, um nachzuladen? Welchen Aufwand müssen sie betreiben? Wie weit und wie oft sind sie dafür zu Fuß unterwegs? Wie überbrücken sie Warte-Zeiten? Sie wägen ab in Erwartung, ob sie die gefahrenen Strecken ohne Stress bewältigen können werden. Ferner den Komfort, sich ums Laden so wenig Gedanken wie möglich machen zu müssen.
Pendler:innen sind täglich in der Regel zwischen 10 und 25 Kilometer unterwegs (Pendler-Statistik via DEStatis). Elektro-Autos haben eine Reichweite von 135 bis 720 Kilometern (EV-Datenbank). Der Durchschnitt liegt bei 381 Kilometern Reichweite. Das reicht für eine Woche und es ist ausreichend Gelegenheit, während dieser Zeit nach Bedarf nachzuladen. Bei elektrisch unterstützten Lasten-Rädern (Lasten-Räder im Vergleich), die in bergigem Land unterwegs sind, sieht das möglicherweise schon anders aus. Reicht eine Ladung nicht für das Pensum eines Tages, wird’s nervig für Fahrer:innen. Sie werden ihren Arbeitsablauf an Lade-Zeiten orientieren. Für LKW hängt es ebenso von der Logistik-Strecke ab. Da Fahrer:innen Lade-Zeiten und Fahrt-Pausen (Lenk- und Ruhezeiten) haben und Batterie-Packs mittlerweile locker bis 500 Kilometer bei großen Zug-Maschinen mit einer Ladung ermöglichen, stellt das kein Problem dar.
Um für Nutzer:innen also interessant zu sein, müsste es eine ganze Reihe an Tausch-Stationen geben. Sie sind ein eng-maschiges Tankstellen-Netz gewohnt. Aktuell sind die Angebote der Batterie-Hersteller kaum standardisiert. Jeder Produzent hat sein eigenes Konzept und System. Die große Vielfalt würde bedeuten, dass an all diesen Stationen ein Vorrat jedes Fabrikats vorgehalten und geladen werden müsste. Statt ein Modul pro Fahrzeug bräuchte es insgesamt ein Vielfaches an Akkus und Steck-Plätzen inklusive Lade-Infra-Struktur. Ferner müsste logistisch regelmäßig dafür gesorgt werden, dass die Verteilung der Komponenten unter den Stationen ausgeglichen würde.
Unser Fazit war: “swapping” kann zur Energie-Wende nicht den gewünschten Beitrag leisten. Ein gut ausgebautes Lade-Netz ist system-dienlicher. Vor dem Gespräch hätte ich das anders vermutet. Es war schön, mit Ingo mal draufzuschauen. Ich ging deutlich schlauer aus unserem Dialog raus.
Geschäftsmodelle Groß-Batterien
Gemeinsam schauten wir ferner auf Speicher-Technologien zum Ausgleich von Schwankungen sowohl hinsichtlich Quellen als auch Nutzung. Kurz verständigten wir uns auf einen betrieblichen Kontext. Ob es für eine Firma interessant sein könnte, in ein System zu investieren, kann nicht allgemein beantwortet werden. Es kommt auf viele Aspekte an. Ganz grob klapperten wir die Fragen ab, die sich eine Organisation stellen und deren jeweilige Antworten bewerten und abwägen muss.
So spielt die Branche eine Rolle, in der der Betrieb unterwegs ist. Bäckereien, Industrie, Rechen-Zentren, land-wirtschaftliche Kühl-Häuser, Theater haben einen anderen Energie-Bedarf als beispielsweise eine Werbe-Agentur oder ein Architektur-Büro. Das Interesse eines Netz-Betreibers, der Groß-Speicher als Puffer nutzt, wird sich davon ebenso unterscheiden. Ökonomische Aspekte wiegen die Verantwortlichen mit dem Wunsch nach Unabhängigkeit, Subsistenz und Leistungsstärke ab. Nicht zuletzt spielen ökologische und soziale Faktoren ins Kalkül.
Investitionen, Betriebskosten, Wartung und Instand-Haltung, Netz-Anschlusskosten, Genehmigungen, in- und externe Kommunikation der Vorhaben – all das gilt es aufzudröseln. Es wird in Bezug auf den Lebens-Zyklus mit seinen Kosten für alle Beteiligten abgewogen. Dabei spielt das Kooperations-Potenzial über Sektoren hinweg eine Rolle, die die Rechnung wesentlich verschieben kann.
Familien-geführte Firmen im Mittelstand bis 250 Mitarbeitende legen aus meiner Beobachtung hohen Wert auf langfristig stabile Geschäfts-Beziehungen und Zuverlässigkeit mithin Qualität ihrer Systeme. Sie sind – zum Beispiel innerhalb von Gewerbe-Gebieten – zur Zusammenarbeit bereit. Konzerne, deren Entscheider sich an kurzfristigen Gewinnen orientieren, werden auf Basis des billigsten Preises der verschiedenen Optionen ihren Entschluss festlegen. So optimieren sich alle Markt-Teilnehmenden in ihrem Umfeld und Kontext.
Momentan bewegt sich der Markt stark. Rechtliche und steuerliche Rahmen-Bedingungen sind veränderlich. Betriebliche Entscheidungen werden getroffen unter Unsicherheit. Das erfordert Mut und strategische Vorausschau. Ich hoffe, dass nicht nur die profitieren und ihren Reibach machen, die ohnehin in der Einkommens- und Vermögens-Verteilung die Nase vorn haben. Wir werden sehen.
REDAXO
Verbündete live und in Farbe
Als meine Test-Installation glatt durchlief, dachte ich im Überschwang der Freude, dass es schön wäre, die REDAXO-Kolleg:innen zu sehen. Wir begrüßen uns all-morgendlich. Wir tauschen uns via Slack aus, bitten bei Fragen zum Programmieren um Rat. Ein Mal per anno gibt es ein Vor-Ort-Treffen, organisiert von einem freiwillig sich zusammen-findenden Orga-Team. Soweit ich mich erinnere, ist das letzte nun auch schon wieder knapp ein halbes Jahr her.
Die Community steuert und regelt sich selbst. Daher kündigte ich schlicht via Slack an, dass ich am Freitag Nachmittag in unserem Jitsi Meet anwesend sein würde und mich freue, wenn sich mir Leute anschließen. Unkompliziert. Ich mag das.
Als ich den virtuellen Raum betrat, waren die anderen schon am Plaudern. Sie diskutierten große Sprach-Modelle und Chat-Bots für Entwickler:innen. Sie ließen uns auf ihre Systeme schauen und zeigten, wie sie sie im Arbeits-Prozess nutzen. Sie stellten Software-Bausteine vor. Sie fragten um Rat für einzelne Anwendungsfelder und Geschäftsideen. Wir tauschten uns über unsere Beobachtungen des WebDev-Marktes aus und warfen einen Blick in die Glaskugeln.
Gut gelaunt verließ ich mit einem Lachen auf den Lippen knapp zwei Stunden später den Raum.
Zuguterletzt
Soweit für heute! Die Sonne scheint. Ich halte jetzt meine Nase raus und schaue mal, wohin sie mich führt. Danke fürs Mitlesen. Dir ein schönes Wochenende.

Hast Du eine Anregung gefunden?
Ich setze mich für den freien Zugang zu Wissen ein. Dieser Artikel zahlt auf das Ziel ein.
Bitte teile ihn in Deinem Netzwerk und werfe Geld in meinen virtuellen Hut.
Auch ein kleiner Betrag macht den Unterschied!
Oder einmalig via PayPal:
Neugierig was mit Deinem Geld passiert?
Mit der Schwarm-Finanzierung (einmalig via PayPal oder kontinuierlich via steady)
wirst Du Teil der Bewegung und Kooperative WandelMut.
Vielen Dank!
Mehr davon?
Weitere Beiträge “Aus der Werkstatt” findest Du in der Komplettübersicht für alle Jahre.
Hier die neuesten:
Aus der Werkstatt 2025-48
2025-11-29
Die Themen der Woche: Mental gesund – stoisches Voranschreiten und Selbst-Regulation als Kompetenz plus drei gute Dinge des Tages. WandelMut – HokusFokus kurz zusammengefasst. Programmieren & Testen: Umstellen meiner Entwicklungs-Umgebung von lokal auf entfernt. Strategisches Justieren – Adressen im Internet (Domain-Management). Schwarm-Finanzierung: Europäische Alternative Wero geprüft und verworfen. Snow Bear: Traditionelles Handwerk und ein kreativer Aufruf, uns und unseren Lebensraum zu schützen.
inktober 2025 – Werke veröffentlicht
2025-11-22
Wie verändert das maschinelle Erzeugen von “Kunst” unsere Gesellschaft? In meiner Erfahrung ist die eigene musische Entwicklung ein Prozess. In einer libertär-kapitalistischen Gesellschaft scheint es indes nur noch aufs “Ergebnis” anzukommen und ob man es zu Profit machen kann. Meine Gedanken dazu schrieb ich im letzten Bericht aus der Werkstatt auf – und kürte meine hand-verlesene Wahl der besten Künstler:innen. Sie waren so freundlich und gaben mir ihre Werke frei. Vielen Dank!
Aus der Werkstatt 2025-47
2025-11-22
Die Themen der Woche: WandelMut – Programmieren und ein Blick in die Manufaktur des Testens, Fachsimpeln über Tausch-Akkus für Fahrzeuge und Geschäftsmodelle für Groß-Batterien. REDAXO – Treffen mit den REXianern live und in Farbe.
Ausblick & Flurfunk
Meine Berichte aus der Werkstatt erscheinen unregelmäßig. Ich strebe an, alle ein, zwei Wochen von meiner Arbeit und dem, was mich beschäftigt, zu erzählen. Meine Erkenntnisse und Einsichten zu teilen.
Klingt interessant und Du möchtest auf dem Laufenden bleiben?
Bitte trage Dich in meinen Flurfunk ein, abonniere meinen Web-Feed und folge mir via Social Media.
Interesse geweckt?
Klingt interessant und Du möchtest mehr erfahren? Buche direkt einen Termin mit mir und / oder werde Teil unserer Bewegung:
Direkt-Einstieg: Dein Anliegen klären
Ad-hoc-Beratung und Rückenwind für Dein Vorhaben (Mein Honorar bestimmst Du)


