RadFilmFest Stuttgart 2026

Rückblende auf ein Festival des Ein-Spurigen

veröffentlicht: 26.09.2026 · Franziska Köppe | madiko

Filme, kostenfreie Reparaturen, Malen für Kinder, Gespräche, Workshops, Podiums-Diskussionen, Buch-Tipps mit Lesungen – das alles bietet die Gemeinschaft der Fahrrad-Fahrenden an diesem Wochenende. Den neo-gotischen Sandstein-Bau des St. Maria im Rücken versammelt sich ein buntes Völkchen auf dem Rupert-Mayer-Platz. Eingeladen haben Marléen Kett & Oleg Kauz. Enthusiastisch stürzten sie sich Ende 2025 in die Planung des Festivals. Sie trommelten Beiträge zusammen aus verschiedensten Regionen – von Reportagen über Reise-Berichte bis hin zu Trick-Filmen. Meine Foto-Story zum ersten RadFilmFest.

RadFilmFest Stuttgart 2026: Poster und leuchtende Girlanden
[ 2026-09-25 FAHRRADkultur c/o Franziska Köppe | madiko ]

Ausdauer-Sportler:innen wie Alltags-Radler:innen, Film-Schaffende, Fahrrad-Mechaniker:innen und Kinder-Betreuer:innen steuern Beiträge zum Programm bei. Sie alle versetzt aktive Mobilität in Hochstimmung. Sie verbindet die Liebe zur Stadt und zur Natur. Sie gestalten. Hier ist ein Ort der Begegnung. Mögen sie das zufällig vorbei flanierende Volk mit ihrer Begeisterung anstecken.

Das Fahrrad ist mehr als ein Fortbewegungsmittel. Es ist ein Symbol für Wandel, nachhaltige Innovation und eine lebenswertere Zukunft in unseren Städten. Es steht für Freude an Bewegung, Gemeinschaft und Selbstermächtigung. Genau hier setzt unsere Vision an: Mit dem Rad Film Fest schaffen wir eine einzigartige Plattform, die die kulturelle, technologische und gesellschaftliche Kraft des Fahrrads feiert und vorantreibt.

Marléen Kett & Oleg Kauz

Organisator:innen des RadFilmFest Stuttgart

Als ich ankomme, laufen die letzten Minuten von “Cycling Cities”. Den genialen Dokumentar-Film zu den schönsten Fahrrad-Städten Europas von Ingwar Perowanowitsch kenne ich schon. So nutze ich zunächst meine Zeit, mir einen Überblick über den Ort und seinen Aufbau zu verschaffen. Damit verpasse ich jedoch auch die Chance und kann schließlich nur noch das leere “Kino” fotografieren.

Blick auf die große Leinwand plus Misch-Pult für die Film-Vorführungen. Parallel war eine Lesung, daher war hier zum Zeitpunkt niemand.. Bild: cc FAHRRADkultur c/o Franziska Köppe | madiko

RadFilmFest Stuttgart 2026: Leerer "Kino"-Saal mit Leinwand und Steuer-Pult
[ 2026-09-25 FAHRRADkultur c/o Franziska Köppe | madiko ]

Leerlauf gibt es beim RadFilmFest nicht. Direkt nebenan spricht Max Marquardt über seine Gravel-Bike-Tour “Über die Felder”. Darin zeichnet er die Route einer der härtesten Fahrrad-Rennen nach. Es hatte die Teilnehmenden 1919 – ein Jahr nach Ende des Ersten Weltkriegs – in Frankreich und Belgien zu den Kriegs-Schauplätzen geführt. Max liest aus seinem Reise-Bericht. Von den Weinbergen der Vogesen radelte er bis an die wind-umtoste Atlantik-Küste. Er erzählt von seinen Erlebnissen und Begegnungen, von exzellentem französischen Essen und gemütlichen Unterkünften, von Rad-Sport-Geschichte und malerischen Landschaften.

Szene vom RadFilmFest Stuttgart: Im Vordergrund scharf ein Rennrad (Männer) lehnt an einer Wand. Im Hintergrund unscharf die Zuhörenden einer Lesung.. Bild: cc FAHRRADkultur c/o Franziska Köppe | madiko

Derweil sitzen in der Lese-Ecke Leute und stöbern in den Büchern. Von Kinder-Büchern und Comics über Reise-Literatur bis hin zu Romanen und philosophischen Werken findet sich hier eine inspirierende Mischung. Ich habe mir für die WandelMut LeseLust in jedem Fall viel Inspiration holen können. Danke!

Knall-gelber Tisch mit Büchern. Im Fokus steht das Buch Auf Asphalt von Max Marquardt.. Bild: cc FAHRRADkultur c/o Franziska Köppe | madiko

Es ist Abend. Die letzten Kinder verlassen das Fest. Daher ist der Mal- und Workshop-Platz gerade leer. Das wird sich am Samstag und Sonntag ändern. Liz freut sich auf viele Kinder und Jugendliche. Und für die Erwachsenen? Am Samstag wird zum Beispiel Felipe Duque aus Wien beim Fahrrad-Setup für Ultra-Rennen Interessierte ins Thema einführen. Zudem könnt Ihr Euch an der Frage beteiligen “Wem gehört die Stadt?” Kommt vorbei! Gestaltet mit!

Apropos Mit-Gestalten. Die Crew von Lichter & Lenker nimmt sich Euren Rädern an. Sie prüfen gemeinsam mit Euch die Fahr-Tauglichkeit und richten den Platten. Sie schauen nach ausreichend Brems-Kraft – was ja im Stuttgarter Kessel von besonderer Bedeutung für Eure Verkehrs-Sicherheit ist. Sie geben Hilfe zur Selbst-Hilfe. Hab keine Scheu, auch wenn Du von Dir behauptest, zwei linke Hände zu haben. Du brauchst kein Vorwissen. Die Frauen und Männer der freien Werkstatt helfen Dir ganz ohne Vorurteile oder dumme Sprüche. Die Reparatur ist kostenfrei, Du zahlst nur die Ersatz-Teile.

Verschiedene Fahrräder – von einem Bromten Falt-Rad über Lasten-Räder bis zu einem Renn-Rad. Daneben der Hinweis auf die Kostenlose Rad-Werkstatt von Lichter und Lenker e.V. im Rahmen des Festes. Bild: cc FAHRRADkultur c/o Franziska Köppe | madiko

Das ist eine gute Gelegenheit, auf die spenden-basierten Pop-up-Werkstätten von Licht & Lenker in und um Stuttgart hinzuweisen. Das Team zeigt Dir, wie Du Dein Fahrrad selbst und auf eigene Verantwortung reparieren kannst. Die gängigen Ersatzteile – Schläuche, Bremszüge, Brems-Beläge und so weiter – sind vorrätig. Komm einfach vorbei oder nutzte die Aktion beim RadFilmFest.

Sind die Leutz von Lichter & Lenker die einzigen in Stuttgart? Nein. Es gibt noch viel mehr der offenen Fahrrad-Werkstätten. Schau gern mal in Deinem Quartier vorbei bei Bike-Kitchen, beim Freundeskreis NeckarPark, im Keller 5, in der Werkstatt vom ADFC, in der Gablenberger Fahrrad-Werkstatt oder in der Radwerkstatt Stuvus an der Uni Stuttgart.

Ich begebe mich nun auf den Weg nach Hause. Beschwingt und voller Zuversicht. Stuttgart ist ein guter Ort. Wenn wir ihn dazu machen. Wir alle sind eingeladen, uns unser Umfeld zu schaffen. Auch Du trägst mit Deiner Mobilität bei.

Soweit für heute! Bleib neugierig,
Franziska (handschriftliche Signatur)

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RadFilmFest Stuttgart 2026

2026-09-25

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Wem gehört das Welt-All?

2026-06-06

Mit dem Treffen am 03.06. richteten wir den Blick in die Sterne. Wir beleuchteten die Zukunft des Welt-Raums und diskutierten Geo-Politik als Ausdruck von Imperialismus und orbitalem Kolonialismus. Wer sind die Treiber der Weltraum-Wirtschaft und Sicherheits-Politik? Welche Implikationen hat das exponentielle Wachstum? Wie ließe es sich begrenzen in Zeiten, da die regel-basierte Ordnung von eben diesen Treibern in Frage gestellt wird? Wie schützen wir die Allmende eines unberührten Sterne-Himmels? Wie adressieren wir die enormen Herausforderungen des Natur-Schutzes unter anderem in Bezug auf unsere ohnehin nur sehr dünne Ozon-Schicht (planetare Grenzen)?

WandelMut ImpulsZeit 2024/25

2025-08-28

Aus der Werkstatt: Mein Rückblick auf die erste Staffel “Dialoge mit Wissenschaftler:innen” zu den Herausforderungen des Handelns innerhalb planetarer Grenzen auf Basis eines sozialen Fundaments. Wir beschäftigten uns mit Wirtschaft, Energie, Meinungs-Lenkung und Populismus, mit Ernährung, Infrastruktur und Städte-Bau. Wir sprachen zu Gesundheit, Wohlstand und dem, was ein gutes Leben und Arbeiten ausmacht. Wir schauten uns wissenschaftliche Methoden, Szenarien und Studien an. All das stets mit dem Anspruch, auf wertschätzende, fakten-basierte und konstruktive Weise miteinander in den Wissens- und Erfahrungsaustausch zu kommen. Gleichwohl ging es darum, die Rolle von Wissenschaftler:innen in diesem Diskurs auszuloten und zu stärken.


Ausblick & Flurfunk

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